München (tö). Immer mehr Frührentner nutzen den Wegfall der Hinzuverdienstgrenze und gehen weiter arbeiten. Ende 2023 hatten bereits etwa 117.000 Rentner und Rentnerinnen, die ihre Regelaltersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand noch nicht erreicht haben, eine mehr als geringfügige Beschäftigung, also eine Arbeit mit einem Verdienst oberhalb der Minijob-Grenze. Die Zahl dieser teilzeit- oder vollzeitarbeitenden Frührentner hat sich damit seit 2018 verfünffacht. Besonders stark war der Zuwachs 2023, also in dem Jahr, in dem die Hinzuverdienstgrenze komplett entfiel: Hier kletterte die Zahl der so arbeitenden Frührentnerinnen und Rentner um mehr als 50 Prozent von rund 76.000 auf 117.000 Personen.
Die neuen Zahlen finden sich im Versichertenbericht 2025 der Deutschen Rentenversicherung(DRV). Darin heißt es: Der prozentual starke Zuwachs bei dieser Gruppe von Beschäftigten „dürfte zumindest teilweise auf die Anhebung der Hinzuverdienst im Jahr 2020 und deren Aufhebung im Jahr 2023 zurückzuführen sein“. Und weiter heißt es in der Analyse: „Neben dem allgemeinen Trend zu höheren Beschäftigungsquoten älterer Erwerbspersonen tragen auch die demografische Entwicklung insgesamt bzw. der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge zu diesem Zuwachs bei“.
Rente und Hinzuverdienst müssen versteuert werden
Die Hinzuverdienstgrenze für Altersrentner, die ihre Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, war erst im Zuge der Coronapandemie von jährlich 6300 Euro schrittweise bis auf 46.060 Euro erhöht worden. Vom 1. Januar 2023 ist sie ganz entfallen. Seitdem können Frührentner vorzeitig ihre Rente kassieren, ohne dass diese mit dem Verdienst, egal in welcher Höhe, verrechnet wird. Versteuern müssen sich aber weiter beides: ihre Rente unter Berücksichtigung des Rentenfreibetrags und ihren Hinzuverdienst.
Auch die Gesamtzahl aller Rentner mit einem Hinzuverdienst hat sich seit 2018 erhöht. Sie lag Ende 2023 dem Versichertenbericht 2025 zufolge bei rund 1,46 Millionen, die meisten sind nach wie vor Minijobber oder Minijobberinnen. Jeder dreizehnte Rentner der zu diesem Zeitpunkt rund 18,7 Millionen Altersrentner hatte damit eine Beschäftigung. Auffällig ist, wie stark die Beschäftigtenquote mit zunehmendem Alter sinkt. Während im Alter zwischen 63 und 65 Jahren noch mehr als jeder Vierte unter den Rentenbeziehenden für einen Hinzuverdienst arbeitete, waren es in der Altersgruppe zwischen 76 und 80 Jahren nur mehr gut drei Prozent.
Äußerst gering mit 26.000 Personen ist auch die Zahl der mehr als geringfügig Beschäftigen, die auf die Versicherungsfreiheit ab Überschreiten ihrer Regelaltersgrenze verzichten und weiter freiwillig Rentenbeiträge zahlen. „Dies deutet darauf hin, dass die Erhöhung der eigenen Rente durch die Zahlung weiterer Rentenbeiträge für die Mehrzahl der Rentenbeziehenden nicht attraktiv zu sein scheint gegenüber einer Steigerung der unmittelbaren Einkünfte“, heißt es dazu in dem Versichertenbericht.
