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IW: Mit Vermögen sinkt das Armutsrisiko im Alter um 38 Prozent

Das Armutsgefährdungsrisiko im Rentenalter fällt in Deutschland erheblich geringer aus, wenn neben den Einkommen der Haushalte auch ihre Vermögen berücksichtigt werden. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

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Seniorin sitzt vor ihrem Haus in der Sonne. Bild: IMAGO / Westend61 / Mareen Fischinger

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Köln (IW). Fast jeder fünfte Altersrentner gilt nach gängiger Definition als armutsgefährdet – eine Quote von 17,8 Prozent. Doch die Zahl führt in die Irre, weil sie ausschließlich auf dem Einkommen basiert und das Vermögen der Haushalte ausblendet. Neue IW-Berechnungen auf Basis von Mikrodaten der Deutschen Bundesbank zeigen: Bezieht man das Nettovermögen ein, sinkt die Quote auf elf Prozent. Rund 4.000 Haushalte haben für die Erhebung umfassende Angaben zu ihrer Einkommens- und Vermögenssituation gemacht.

Vermögen sichert den Lebensstandard – auch bei kleinen Renten

Im Durchschnitt verfügen Haushalte mit einem GRV-Altersrentner als Hauptverdiener über ein Nettovermögen von rund 313.000 Euro. Der Median liegt bei knapp 140.000 Euro. Die Bundesbank hat nach dem wichtigsten Motiv für die Vermögensbildung gefragt: Am häufigsten nannten die Befragten die Vorsorge für den Notfall – noch vor der Altersvorsorge. Offenkundig planen viele Haushalte ihre Absicherung im Alter über beide Wohlstandsquellen: laufendes Einkommen und angespartes Vermögen.

Reformdebatte blendet aus, ob Haushalte vorgesorgt haben

Die Bundesregierung hat eine Alterssicherungskommission eingesetzt, die bis Sommer 2026 Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Rentensystems vorlegen soll. Mehrere der diskutierten Reformvorschläge – vom „Boomer-Soli“ über die sogenannte Akademiker-Rente bis hin zu einer progressiven Staffelung der Rentenansprüche – begründen mehr Umverteilung in der GRV mit dem Verweis auf hohe Armutsgefährdungsquoten. Doch von der Höhe einer gesetzlichen Rente allein lässt sich nicht auf die Wohlstandssicherung eines Haushalts im Alter schließen. 

„Wir führen die Rentendebatte auf der Basis nicht überzeugender Befunde“, sagt IW-Rentenexperte Jochen Pimpertz. In die Bewertung des Armutsrisikos fließe nicht ein, ob ein Haushalt erhebliches Vermögen gebildet habe – sei es in Form von Immobilien oder anderen Formen. Dabei prüfen Mindestsicherungssysteme bereits heute beides – als Instrument gegen Altersarmut seien sie deshalb treffsicherer. „Wer den Versicherungscharakter der Rente mit unvollständigen Armutszahlen aufweicht, riskiert teure Fehlanreize“.


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