Berlin (sth). Fast ein Fünftel der knapp 1,3 Millionen Bezieherinnen und Bezieher einer Grundrente für langjährige Niedriglohnbezieher sind deutschstämmige Aussiedler oder Spätaussiedler aus Staaten Osteuropas. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Eugen Schmidt hervor. Demnach bekamen im Jahr 2023 rund 235.000 oder 18,4 Prozent der Rentnerinnen und Rentner, die auch Rentenversicherungszeiten in einer der früheren Sowjetrepubliken (GUS-Staaten), in Polen, Rumänien oder einem anderen Land Osteuropas mit deutschstämmigen Bevölkerungsteilen nachweisen können, einen Zuschlag zu ihrer selbst erarbeiteten Rente. Im Schnitt betrug der Zuschlag für (Spät-)Aussiedlerinnen mit Versicherungszeiten nach dem sogenannten Fremdrentengesetz (FRG) im vergangenen Jahr etwa 109 Euro - knapp 18 Euro mehr als für den Durchschnitt aller Grundrentenbezieher.
Mehr als drei Viertel (knapp 185.000) der zugewanderten Zuschlagsberechtigten, deren Rente sich nach dem FRG bemisst, stammen der Regierungsantwort zufolge aus einer der GUS-Republiken einschließlich eines der drei baltischen Staaten. Etwa 25.000 Grundrentenempfänger sind aus Rumänien nach Deutschland gekommen, knapp 21.000 aus Polen, etwa 4.000 aus einem anderen Land. Die höchsten Grundrentenzuschläge erhielten laut den von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ermittelten Daten FRG-Rentnerinnen und -Rentner aus den GUS-Staaten einschließlich Baltikum (im Schnitt 116 Euro). Alle anderen Berechtigten aus dem Osten Europas bekamen im Vorjahr monatlich im Schnitt etwa 85 bis 90 Euro “Grundrente” überwiesen.
