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Vergütungen für Auszubildende steigen schneller als Löhne

In tarifgebundenen Betrieben wächst das Azubi-Gehalt stärker als der Lohn. Doch nicht alle Branchen und Unternehmen zahlen üppig – große Unterschiede bleiben bestehen.

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Auszubildender und Ausbilder schütteln sich die Hände. Bild: IMAGO / Westend61 /  imago stock&people

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Düsseldorf (dpa) – Die Entgelte für Auszubildende sind im vergangenen Jahr in tarifgebundenen Unternehmen erneut stärker gestiegen als die allgemeinen Gehälter. In 20 ausgewählten Tarifbranchen kletterten die Monatsentgelte für den Nachwuchs im Schnitt um 6,7 Prozent, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung errechnet hat. Die regulären Tariferhöhungen brachten 2025 nur einen Zuwachs von 2,6 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit 3,9 Prozent bei den Auszubildenden und 3,1 Prozent bei den Tariflöhnen.  

Bereits im ersten Jahr erhalten die allermeisten Tarifauszubildenden demnach mehr als 1.000 Euro im Monat und liegen damit auch über dem Bafög-Höchstsatz für Studierende von 992 Euro. Die Gewerkschaften streben an, dass die Berufsanfänger ihre Existenz unabhängig von den Eltern bestreiten können.  

Große Unterschiede schon bei Tarifvertrag

Lediglich in drei beobachteten Tarifbranchen werden im ersten Ausbildungsjahr weniger als 1.000 Euro gezahlt. Das gilt für Azubis in der Landwirtschaft, in der Floristik in Westdeutschland und im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen, wo mit 785 Euro am wenigsten gezahlt wird. Fast das Doppelte gibt es mit 1.491 Euro bundeseinheitlich für Pflegeberufe im Öffentlichen Dienst von Bund und Gemeinden. Den absoluten Spitzenwert erreichen gewerbliche Auszubildende am Bau mit 1.714 Euro im vierten Lehrjahr.

Das Institut verweist zugleich auf große Unterschiede zwischen tarifgebundenen und tariflosen Betrieben, in denen rund 45 Prozent aller Auszubildenden beschäftigt seien. Ohne Tarifvertrag gilt für die jungen Leute nur die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von monatlich 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr.

Dienstleister locken mit hohen Sätzen

In den vergangenen zehn Jahren sind die Ausbildungsvergütungen mit einem Plus von 47 Prozent deutlich schneller gestiegen als die Tariflöhne (+35 Prozent). Vor allem Dienstleistungsbranchen mit einem insgesamt niedrigen Vergütungsniveau hätten die Sätze hochgesetzt, um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen, sagt WSI-Experte Thorsten Schulten. 


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