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Lebenslange Zusatzrente mit nachhaltigen Fonds

Für nachhaltige fondsgebundene Rentenversicherungen wird derzeit viel geworben. Was für und was gegen die Fondspolicen spricht.

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Drei höher werden Münzstapel stehen auf nackter Erde, im Hintergrund scheint die Sonne. Eine Männerhand hält die oberste Münze mit einem kleinen Baum darauf (Bild: adobestock)

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Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen wird eine Fondsanlage mit einer privaten Rentenversicherung kombiniert. Möglicher Vorteil: Durch eine Anlage in Aktienfonds erhöhen sich die Chancen auf gute Renditen. Umgekehrt sind aber auch Verluste möglich, vor allem dann, wenn die Auswahl der Fonds danebenging und die womöglich hohen Kosten der Anlage erheblich auf die Rendite drücken. Gleichzeitig erkaufen sich die Kundinnen und Kunden mit der Versicherung die Sicherheit, bei der Auszahlung des angesparten Vermögens eine lebenslange Rente zu erhalten. Wie hoch die Rente später einmal ausfallen wird, hängt von der Wertentwicklung der Fonds ab. Zwei Formen sind zu unterscheiden:

  1. Aufgeschobene Rentenzahlung: Die Versicherten bauen das Kapital für die spätere Rentenzahlung durch die Zahlung regelmäßiger Beiträge über einen längeren Zeitraum auf, idealerweise über mehrere Jahrzehnte.
  2. Einmalzahlungen: Dabei wird ein größerer Betrag, zum Beispiel 50.000 oder 100.000 Euro eingezahlt, und später nach Ende der vereinbarten Laufzeit aus dem Kapitalstock und den Erträgen die lebenslange Rente ausgezahlt.

Warum sind fondsgebundene Rentenversicherungen derzeit ein Verkaufsschlager?

Die klassischen privaten Renten- und Kapitallebensversicherungen haben Neukunden zuletzt kaum noch Zinsen gebracht. Der Garantiezins, den die Lebensversicherer beim Abschluss eines neuen Vertrags gewähren, liegt derzeit bei gerade einmal 0,25 Prozent. Deshalb boten sich die fondsgebundenen Policen als Alternative an, die zumindest die Chance auf höhere Renditen bieten. Fondspolicen werden von Vermittlern, Versicherungsvertretern und Bankern aber auch gerne verkauft, weil nicht nur die Abschlussprovisionen in der Regel hoch sind. Da nachhaltige Anlageprodukte gefragt sind, wird derzeit verstärkt für Fondspolicen geworben, die von den Anbietern als „nachhaltig“ eingestuft werden.

Für wen sind Fondspolicen geeignet?

Fondsgebundene Rentenversicherungen eignen sich für Menschen, die

  • das Risiko einer Fondsanlage eingehen wollen, sich also bewusst sind, dass die Fonds im Wert schwanken und damit trotzdem ruhig schlafen können,
  • fürs Alter zusätzlich vorsorgen wollen,
  • lebenslang eine Zusatzrente bekommen wollen,
  • davon überzeugt sind, dass sie zum Beispiel 20, 30 oder 35 Jahre bis zum Rentenalter die vereinbarten Sparbeiträge auch leisten können und die feste Absicht haben, solange durchzuhalten. Häufig passiert aber das Gegenteil: Private Rentenversicherungen und Lebensversicherungen werden vorzeitig gekündigt, etwa wegen einer Scheidung, eines Hauskaufs oder unerwarteter längerer Arbeitslosigkeit.

Wer übernimmt die Auswahl der Fonds?

Anlegerinnen und Anleger können die Fonds nicht beliebig aus dem gesamten Fondsuniversum auswählen wie bei einer normalen Fondsanlage. Die Auswahl ist auf die Fonds beschränkt, die der Versicherer anbietet. Und diese Auswahl muss nicht unbedingt gut sein. Umso wichtiger ist die Auswahl der geeigneten Fonds. Ihnen stehen dabei in der Regel zwei Wege offen, egal ob als nachhaltige Variante oder nicht:

  1. Sie überlassen die Auswahl und den Mix der Fonds dem Versicherer. Das Problem dabei: Die empfohlenen Fonds und die gewählte Anlagestrategie müssen nicht zwangsläufig gut und für Sie geeignet sein.
  2. Sie können auch selbst das Management der Fonds in der Fondspolice übernehmen, wenn Sie sich dies zutrauen und bereit sind, sich regelmäßig damit zu befassen.
Versicherer sorgt für Rebalancing

In vielen Fondspolicen stecken Anleihefonds genauso wie Aktienfonds, um das Risiko besser zu verteilen. Durch das Auf und Ab der Kurse verschieben sich jedoch die Anteile ohne eigenes Zutun. Steigen die Kurse am Aktienmarkt, steigt zum Beispiel auch der Aktienanteil. Das aber entspricht nicht mehr dem ursprünglich ausgewählten Mix und der Gewichtung. Der Versicherer übernimmt dann auch das sogenannte Rebalancing. Dabei wird, meist einmal im Jahr, der beim Abschluss festgelegte Mix wiederhergestellt, in dem zum Beispiel nach einem Kursanstieg der Aktienfonds die überzähligen Anteile aus den Aktienfonds verkauft und dafür Anteile an Anleihenfonds gekauft werden. Dieses Ausbalancieren des Portfolios erhöht die Chance, am Ende eine gute Rendite zu erwirtschaften.

Worauf gilt es bei der Auswahl der Fonds zu achten?

Die Verbraucherzentralen halten es grundsätzlich für höchst problematisch, aktiv gemanagte Fonds in Fondspolicen zu stecken, weil dies das Gesamtprodukt extrem verteuert. Leider werden aber meist solche Policen verkauft beziehungsweise in der Beratung empfohlen, weil dies höhere Provisionen einbringt. Stattdessen empfehlen die Verbraucherschützer wie viele Anlageexperten Exchange Traded Funds (ETF), also börsennotierte Indexfonds, die die Kursentwicklung eines bestimmten Börsenindex nachbilden. Potentielle Vorsorgesparer sollten deshalb die Anbieter unbedingt nach ETFs fragen. Für Anleger, die gerne mit ihrem Geld „etwas fürs Klima“ tun oder zumindest verhindern wollen, dass damit „schmutzige Geschäfte“ finanziert werden, wird die Entscheidung „gemanagter Fonds oder ETF?“ allerdings schwieriger: Bei den gemanagten Fonds sind die Kosten deutlich höher als bei den ETFs. Anleger können sich jedoch bewusst für einen oder mehrere Fonds entscheiden, der ihrer Vorstellung von Nachhaltigkeit entspricht. Anders sieht es bei den als nachhaltig verkauften ETFs aus. Sie bilden zum Beispiel nur einen Index mit Aktien von Unternehmen ab, die im Vergleich zur Konkurrenz in ihrer jeweiligen Branche in Sachen Nachhaltigkeit weiter fortgeschritten sind. Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, warnt: „Wenn ein Fonds und damit auch die Fondspolice als nachhaltig angepriesen wird, muss in den Fonds noch lange nicht das drinstecken, was Verbraucher sich erhoffen.“ Nicht leicht ist es deshalb, kostengünstige Fondspolicen zu finden, die tatsächlich in nachhaltige Fonds anlegen. So hat die Stiftung Warentest die Angebote von 29 Versicherern untersucht, die den Sparbeitrag in mindestens einen der von der Stiftung empfohlenen ethisch-ökologischen und weltweit anlegenden Fonds investieren. Ergebnis: Die Auswahl ist stark eingeschränkt. Die Gesamtkosten beim Besparen der Fonds reichen von jährlich 0,40 Prozent bis 3,38 Prozent.

Wie hoch können die Kosten ausfallen?

Der Finanzaufsicht Bafin ist bei einer Untersuchung vor einem Jahr aufgefallen, dass die Kosten bei den Fondspolicen „signifikant höher über den Werten der klassischen Lebensversicherung“ liegen. Laut Bafin gibt es sogar Versicherer, bei denen „die Effektivkosten fondsgebundener Produkte oberhalb von vier Prozent liegen“. Dazu merken die Finanzaufseher an: „Erst wenn die zugrundeliegenden Kapitalanlagen entsprechend hohe Renditen erreichen, würden sie einen Anlagegewinn erzielen.“ Bei einer als nachhaltig angebotenen Fondspolice belaufen sich die Kosten zum Beispiel auf 6123 bis 16.555 Euro oder 1,2 bis 4,5 Prozent pro Jahr. Schlimmstenfalls können die Kunden und Kundinnen wegen der hohen Kosten und wenn es an der Börse schlecht läuft, sogar deutlich weniger Geld herausbekommen, als sie eingezahlt haben. Versicherungsexperten empfehlen deshalb auch nach den sogenannten Netto-Tarifen zu fragen. Diese sind deutlich günstiger als die üblichen Versicherungstarife. Der Grund: In den Nettotarifen sind keine Vertriebskosten wie Abschlussprovisionen erhalten. Auch die Verwaltung eines Nettotarifs ist wesentlich günstiger als bei den üblichen Verträgen mit Provisionstarif.

Garantien gehen zu Lasten der Rendite

Wenn Sie dies wünschen, lassen sich auch bei Fondspolicen bestimmte Garantien vereinbaren. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel einen bestimmten Anteil der gezahlten Beiträge später garantiert zurückerhalten. So können Sie bei manchen Anbietern vor Vertragsabschluss zum Beispiel in Schritten von zehn Prozentpunkten ein Garantieniveau von 10 bis 80 Prozent festlegen. Oder der Versicherer garantiert, den Marktwert auszuzahlen, den die Fonds an bestimmten Stichtagen erreicht haben (Höchststandgarantie). Doch Vorsicht: Die Anbieter lassen sich derartige Sicherheiten gut bezahlen.

Lassen sich Hinterbliebene absichern?

Das ist möglich. Dann wird bei Vertragsabschluss festgelegt, wie lange die Zusatzrente auf jeden Fall ausgezahlt wird, das ist die sogenannte Rentengarantiezeit. Stirbt der Versicherte während dieser Garantiezeit, fließt die Rente dann zum Beispiel an den Ehegatten/die Ehegattin oder die Kinder. Doch was passiert mit dem angesparten Geld, wenn der Versicherte noch während der Einzahlungsphase stirbt? Auch das lässt sich mit der Versicherung regeln. So können die Hinterbliebenen (im Versicherungsfachjargon: die Begünstigten) zum Beispiel das vorhandene Vertragsguthaben ausgezahlt bekommen oder die bisher eingezahlten Prämien inclusive der erzielten Überschüsse.

Welche Steuervorteile haben Fondspolicen im Vergleich zu Fondssparplänen bei Banken?

In der Ansparphase: Solange Geld in die Fondspolice fließt, fallen auf die Erträge der Fonds keine Steuern an. Bei Fondssparplänen ist hingegen bei Einkünften oberhalb des Sparerfreibetrags von 1000 (Verheiratete: 2000 Euro) Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden oder realisierte Kursgewinne zu zahlen. Bis zu einem Depotwert von je nach Fonds zwischen 70.000 und 100.000 Euro macht das allerdings fast keinen Unterschied, weil dann der Sparerpauschbetrag ausreicht und keine Kapitalertragssteuer fällig wird. Bei Kapitalauszahlung: Auch hier sind die Fondspolicen im Vorteil. Wird das angesparte Vermögen in der Versicherung auf einen Schlag ausgezahlt, werden vom Gesamtkapital die eigenen Einzahlungen abgezogen. Vom übrig gebliebenen Gesamtertrag sind 15 Prozent von der Steuer freigestellt. Die Hälfte des verbliebenen Gesamtertrags wird dann mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Voraussetzung: Der Vertrag hat mindestens zwölf Jahre bestanden, und der oder die Versicherte ist mindestens 62 Jahre alt. Bei Sparplänen in Aktienfonds sind sogar 30 Prozent von der Steuer freigestellt, die restlichen 70 Prozent realisierten Kursgewinne und Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Verrentung: Wer sich eine Fondspolice am Ende der Einzahlungsphase verrenten, also sich bis zum Lebensende eine monatliche Rente auszahlen lässt, hat ebenfalls Steuervorteile. Von dieser Zusatzrente ist dann nur der sogenannte Ertragsanteil zu versteuern. Bei einer 67-Jährigen sind das zum Beispiel 17 Prozent der Rente. Wird ein Fondsvermögen in eine private Rentenversicherung eingezahlt, um daraus sofort eine lebenslange Rente zu bekommen, ist dafür ein neuer Vertrag abzuschließen. Dabei können teilweise Kosten von mehr als fünf Prozent der Einzahlung in die Sofortrente anfallen. Bei der ausgezahlten Rente ist dann wieder der Ertragsanteil zu versteuern.

Versicherung mit Fonds oder Fondssparplan – was ist besser?

Für Sparer, die flexibel bleiben, ihre Kosten gering halten, eine transparente Anlage haben wollen, dürften Fondssparpläne ohne Versicherungsmantel in der Regel besser geeignet sein. Dies gilt erst recht, wenn Sie im Alter das angesparte Kapital selbst wieder anlegen oder etwa für teure Reisen ausgeben oder sich zum Beispiel selbst einen Auszahlplan zusammenstellen oder etwa bei einer Bank abschließen wollen. Für Sparer hingegen, die sich sicher sind, dass sie kontinuierlich in eine Fondspolice einzahlen können und später eine lebenslange Rente wünschen, kommt die Fondspolice in Frage – unter einer Voraussetzung: Das Produkt muss günstig sein. Die Kosten der meisten Angebote sind laut einer Untersuchung von Stiftung Warentest aber „zu hoch, die Renditechancen deshalb stark eingeschränkt“.


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