Frankfurt a.M. (bd). Die IG Metall wird künftig in Tarifabschlüssen keine Betriebsrentensysteme auf Basis des Sozialpartnermodells unterstützen. Ein entsprechender Antrag erhielt auf dem Gewerkschaftstag in Frankfurt am Main eine deutliche Mehrheit, wie das Handelsblatt berichtet. Demnach sind Modelle ausgeschlossen, die lediglich auf einer reinen Beitragszusage fußen – so wie das Sozialpartnermodell.
Beim Sozialpartnermodell gestalten die Tarifparteien gemeinsam eine betriebliche Altersvorsorge. Die Bundesregierung hatte es 2018 eingeführt, um der betrieblichen Altersvorsorge zu neuem Schwung zu verhelfen. Der blieb bislang aus, auch, weil sich das Modell in der Umsetzung als schwierig erwies. Das Nein der IG Metall bedeutet einen weiteren Rückschlag.
Gesetzliche Rente stärken
Dabei bietet es zweifellos Vorteile, zumindest Arbeitgebern. Es befreit sie von der Pflicht, Beschäftigten eine Mindestrente zu garantieren. Stattdessen leisten sie nur noch fest definierte Beiträge an einen externen Versorgungsträger. Weil dieser risikoreicher an der Börse investieren kann, ergeben sich für Beschäftigte bessere Renditechancen – allerdings auf Kosten der Sicherheit.
Genau das kritisiert die IG Metall. Die Gewerkschaft bemängelt, dass das Risiko auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlagert wird, berichtet das Handelsblatt.
Zwar lassen sich im Sozialpartnermodell Vorkehrungen treffen, die das Verlustrisiko abmildern. Die Kritik der Gewerkschaft setzt jedoch viel tiefer an. Die Finanzmärkte seien generell kein sicherer Ort für sozialstaatliche Altersvorsorge. Die IG Metall fordert deshalb einen Kurswechsel in der Rentenpolitik zugunsten der gesetzlichen Rente.
Erklärtes Ziel ist es, das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent zu hieven, um eine auskömmliche Rente für alle zu ermöglichen. Die Betriebsrente sieht die Gewerkschaft lediglich als sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente – wenn sie vom Arbeitgeber finanziert wird.
