Ihre-Vorsorge Logo

Offene Immobilienfonds: Mit den Renditen geht es abwärts

Preisrutsch am Immobilienmarkt führt zu Abwertungen bei den Fonds. Die Ratingagentur Scope stuft elf Fonds herunter.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Baustelle mit Wohn-Hochhäusern und Baukran. Bild: IMAGO / agefotostock

© Nicht definiert

Das Bild zeigt Baukräne für die Errichtung von Hochhäusern.

München (tö). Anleger, die in offene Immobilienfonds investieren, zum Beispiel für die zusätzliche Altersvorsorge, müssen sich derzeit mit dürftigeren Erträgen zufriedengeben. Das geht aus einer neuen Studie der Ratingagentur Scope hervor. Demnach ist die Wertentwicklung der Fonds deutlich gesunken. So lag 2023 die Rendite der 27 von Scope analysierten Fonds bei durchschnittlich 1,2 Prozent. Nimmt man als Stichtag den 30. April 2024, wuchs der Wert der 27 Fonds in den zurückliegenden zwölf Monaten sogar nur noch um durchschnittlich 0,2 Prozent. Zuvor lagen die Renditen häufig zwischen zwei und drei Prozent. Sonja Knorr, Mitautorin der Studie, erwartet in diesem Jahr im Durchschnitt sogar „leicht negative Renditen“.

Als Hauptgrund für die Misere gilt der Rückgang der Preise am Immobilienmarkt, nicht nur in Deutschland. Jahrelang profitierten die Fonds, mit denen sich Privatanleger schon ab 25 Euro monatlich an Bürogebäuden, Hotels, Shoppingcentern und Wohnimmobilien beteiligen können, vom Immobilienboom. Damit ist vorerst Schluss. „Die Zeit der Aufwertungen der Immobilien und erfolgreichen Verkäufe auf Höchstpreisniveau ist (...) vorbei“, heißt es in der Scope-Untersuchung. Die Fonds, deren Volumen nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI bis Ende 2023 auf etwa 131 Milliarden Euro herangewachsen war, verzeichnen nun Mittelabflüsse. Es wird aus den Fonds also mehr Geld abgezogen als neu hereinkommt. 

Diese Abflüsse beliefen sich laut Scope allein im ersten Quartal 2024 auf 0,9 Milliarden Euro. Immobilienexpertin Knorr führt dies vor allem auf das Ende der Niedrigzinsphase zurück: „Zinsanlagen wie Tages- und Festgeld oder auch Geldmarktfonds sind deutlich attraktiver geworden.“ Zum Vergleich: Für Festgeld sind auch bei deutschen Banken noch Zinsen von mehr als drei Prozent drin.

Abzug von viel Anlegergeld gilt als eines der größten Risiken für die Branche

In der Studie heißt es zu den Mittelabflüssen weiter: „Für das Jahr 2024 sollte die überwiegende Zahl der Fonds die Mittelabflüsse aus ihren Cash-Beständen leisten können.“ Zahlreiche Anbieter würden aber Objektverkäufe vorbereiten, um Anleger „dauerhaft bedienen zu können“, und viele hätten dies bereits getan. Der Abzug von Anlegergeld in großem Umfang gilt als eines der größten Risiken für die Branche. Denn im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 hatten die Fonds Immobilien mit zum Teil milliardenschweren Verlusten schnell verkaufen müssen, um Anleger auszahlen zu können. 18 Fonds mussten später geschlossen und abgewickelt werden. Deshalb müssen seit 2013 Neuanleger ihre Anteile mindestens zwei Jahre halten. Wer Anteile verkaufen will und dies nicht kurzfristig im Börsenhandel schafft, ist an eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten gebunden.

Scope hat in seiner Untersuchung auch die Ratings von 21 Fonds aktualisiert, also den Fonds neue Zeugnisse ausgestellt. Elf Fonds stufte die Ratingagentur herab:

  • Deka-Immobilien Nordamerika und Deka Immobilien Metropolen
  • Fokus Wohnen Deutschland 
  • Grundbesitz Europa, Grundbesitz Fokus Deutschland und Grundbesitz Global (alle DWS)
  • die Fonds Habona Nahversorgungsfonds Deutschland, Leading Cities Invest, UBS Euroinvest, Swiss Life European Real Estate und Wertgrund Wohnselect. 

Bei neun Fonds blieb die Note stabil, darunter waren die fünf Schwergewichte mit mehr als zehn Milliarden Euro Fondsvolumen. Ein Fonds, der UniImmo Global, schnitt besser als im Vorjahr ab.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Wer mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung fürs Alter vorsorgt, sollte den Rentenfaktor im Blick behalten. Dabei kann es um viel Geld gehen.

Time
2 Minuten

Nach einer Erhebung der Hamburg Direct Bank sparen über drei Viertel der befragten Eltern gezielt für ihre Kinder. Mehr als die Hälfte beginnt bereits in den ersten drei Lebensjahren.

Time
1 Minuten

Das neue Altersvorsorgedepot soll einfacher, transparenter und reditestärker sein als die bisherige Riester-Rente. Was also machen mit bestehenden Verträgen?

Time
2 Minuten

Junge Familien stehen finanziell oft vor Herausforderungen. Aber langfristig lässt sich auch mit kleinen Schritten Vermögen für den Ruhestand aufbauen.

Time
2 Minuten

Der Bundesrat fordert Anpassungen beim Gesetzentwurf zur Frühstartrente. Unter anderem sollen private Beiträge zu einem zweiten Vertrag nicht steuerlich begünstigt werden.

Time
2 Minuten

Der Staat stellt die Förderung der Altersvorsorge neu auf und lockt mit Zulagen für das neue Altersvorsorgedepot. Doch viele wissen noch gar nichts davon. Auch fehlende Erfahrung mit Wertpapieren bremst.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026