Berlin (sth). Fast vier von zehn Beschäftigten fehlt die betriebliche oder private Altersvorsorge, um Lücken bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Und die Tendenz sei rückläufig, berichtete die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund Ende Mai in Berlin unter Hinweis auf verfügbare Statistiken und Befragungen. Das „Mehr-Säulen-System bröckelt”, sagte Abteilungsleiterin Anne Langelüddeke seinerzeit. Man müsse Mittel finden, mehr Menschen für die Zusatzvorsorge zu motivieren, „im schlimmsten Fall sogar ein Obligatorium” – also eine verpflichtende Zusatzvorsorge.
Jetzt hat die DRV ihre im Mai vorgelegten Ergebnisse in einem “Rentenupdate” in einer erweiterten Fassung, ergänzt um zahlreiche Schaubilder und Tabellen, erneut präsentiert. Die wichtigste Erkenntnis der Rentenversicherung aus den zahlreichen Studien zur “Riester-Reform” in den vergangenen beiden Jahrzehnten lautet demnach: Es gelinge "derzeit nicht umfassend", die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus “adäquat mit der freiwilligen zusätzlichen Altersvorsorge zu kompensieren”. Sowohl die Verbreitung als auch die Höhe der Beiträge ließen Wünsche offen.
“Eine zusätzliche Absicherung gegen das Risiko der Erwerbsminderung erfolgt zu selten”, stellen die DRV-Analytiker fest. Und: Aktuelle Diskussionen ließen “einen weiteren Abbau des Erwerbsminderungsschutzes und auch der Absicherung der Langlebigkeit befürchten”. Das ernüchternde, schon fast resignierende Fazit der DRV-Fachleute: “Die dargestellten Ergebnisse stellen das Mehrsäulensystem in der gewählten Form grundsätzlich in Frage. Eine faktenorientierte Diskussion zur zukünftigen Ausrichtung der Alterssicherung ist vor diesem Hintergrund unabdingbar. ”
