München (tö). Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen ihre Riester-Rente ausgezahlt, die ausgezahlten Zusatzrenten sind jedoch meist noch sehr gering. Das geht aus dem neuen Alterssicherungsbericht 2024 hervor, den das Bundesarbeitsministerium alle vier Jahre vorlegt. Demnach haben 2022 bereits mehr als eine Million Personen eine Auszahlung aus mindestens einem geförderten Riester-Vertrag erhalten. Im Vergleich zu 2020 hat sich die Zahl der Riester-Rentnerinnen und Rentner damit verdoppelt. Ausgezahlt wurden demnach im Durchschnitt 1581 Euro im Jahr, das wären rechnerisch knapp 132 Euro im Monat.
In dem Bericht wird dazu aber angemerkt, dass die Jahresbeträge nur „beschränkt aussagekräftig“ seien und „nicht mittels Division durch 12 auf monatliche Leistungsbeträge geschlossen werden“ könne – aus zwei Gründen:
- Knapp die Hälfte der Personen hat 2022 erstmalig und somit je nach Beginn der Auszahlungsphase weniger als 12 Kalendermonate Riester-Leistungen bezogen.
- Aktuell ausgezahlte Riester-Verträge weisen noch vergleichsweise kurze Anspardauern von maximal 20 Jahren auf. Es sei aber damit zu rechnen, dass die durchschnittliche Leistungshöhe steigen wird, “wenn Personen mit längeren Ansparphasen in den Rentenbestand hineinwachsen”.
Wie es in dem Bericht weiter heißt, erhielten rund 65 Prozent der Personen mit einer eigenen Riester-Rente 2022 weniger als 1000 Euro im Gesamtjahr ausgezahlt. Bei etwa 91 Prozent waren es unter 2000 Euro im Jahr. Wer sich zu Beginn der Auszahlungsphase einen Teil des ersparten Kapitals auszahlen ließ – bis zu 30 Prozent sind möglich – erhielt 2022 im Durchschnitt 5477 Euro. Darin enthalten sind aber auch die laufenden Riester-Renten des Kalenderjahres. Wer sich auf Grund des geringen Umfangs des angesparten Kapitals die Riester-Rente einmalig auszahlen lassen konnte, bekam im Durchschnitt auf einen Schlag 4091 Euro überwiesen. Die Zahlen lagen für den Alterssicherungsbericht erstmalig vor. Grundlage sind Daten der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die innerhalb der Deutschen Rentenversicherung Bund für die staatlich geförderte private Altersvorsorge, die Riester-Förderung, verantwortlich ist.
Anbieter von Riester-Renten haben sich zurückgezogen
Nach Angaben der Anbieter belief sich deren Riester-Vertragsbestand Ende 2023 auf rund 15,5 Millionen. Seit dem Jahr 2018 geht die Gesamtzahl der Riester-Verträge allerdings zurück. Im Alterssicherungsbericht wird dies so begründet: „Anbieter haben sich in den letzten Jahren unter Verweis auf die in der langjährigen Niedrigzinsphase nicht mehr zu erwirtschaftende Beitragserhaltungszusage aus dem Markt zurückgezogen. Gleichzeitig ist bei den Altersvorsorgenden die Bereitschaft zum Abschluss einer ergänzenden Altersvorsorge gesunken, sei es aufgrund geringer Renditen, der bestehenden Komplexität der Produkte oder der als zu hoch wahrgenommenen Kosten. Zuletzt dürfte auch die Inflation zur Zurückhaltung bei Vertragsneuabschlüssen beigetragen haben.“ So sind dem Bericht zufolge mittlerweile „gut ein Fünftel bis knapp ein Viertel“ der Riester-Verträge ruhend gestellt, es werden also keine Beiträge mehr geleistet.
Die zumindest für kinderreiche Eltern und für Geringverdiener attraktiven staatlichen Zulagen werden „überwiegend von Personen im unteren Einkommensbereich in Anspruch genommen“, heißt es in der Regierungsanalyse weiter. Fast zwei Drittel der Geförderten hätten ein Bruttojahreseinkommen von unter 40.000 Euro, rund 27 Prozent ein Einkommen von weniger als 20.000 Euro. Die durchschnittliche Höhe der Förderung je geförderter Person betrug dem Bericht zufolge im Beitragsjahr 2021 rund 376 Euro.
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