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Worüber sich Kunden mit einer Lebensversicherung besonders ärgern

Jahresbericht der Ombudsfrau für Versicherungen: Viele Beschwerden über Höhe der Ablaufleistungen, Kosten und Kürzungen bei Fondspolicen

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Mann im Homeoffice sichtet Unterlagen in einem Aktenordner. Bild: IMAGO / Westend61 / Josep Rovirosa

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München (tö). Zunehmend mehr Menschen ärgern sich so sehr über ihre Versicherung, dass sie sich beschweren. So erreichten die Ombudsfrau für Versicherungen 2024 so viele Beschwerden wie noch. Demnach wurde besonders häufig über eine schleppende Bearbeitung von Leistungsfällen geklagt. Auch fühlen sich offenbar zunehmend mehr Kundinnen und Kunden im Stich gelassen, weil ihr Versicherer entweder gar nicht reagiert oder sich mit Antworten auf Schadenmeldungen und Rückfragen allzu viel Zeit lässt. 

Insgesamt trafen bei der Ombudsstelle mehr als 21.500 Beschwerden ein, von denen nicht ganz 16.000 zulässig waren – ein Plus von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auffällig sind die Beschwerden über Lebensversicherungen. Mit einem Anteil von 16,9 Prozent am Gesamteingang zulässiger Beschwerden ist die Sparte damit die drittstärkste im Berichtsjahr. 

Warum sich die Kunden in dieser Sparte beschwerten – eine Auswahl:  

  • Laut dem Jahresbericht gab es „eine große Anzahl von Beschwerden zur Höhe von Ablauf und Rentenleistungen“.
  • Viele Versicherte beschwerten sich über die Kosten ihrer Verträge. „Auch das Thema doppelte Abschlusskosten bei Riester-Rentenverträgen spielte dabei wiederholt eine nicht unerhebliche Rolle“, heißt es in dem Bericht.
  • Ein weiterer Kritikpunkt: die Kürzung des Rentenfaktors bei fondsgebundenen Verträgen, der für den Rentenbeginn genannt worden war. Mit diesem wird festgelegt, wie hoch die voraussichtliche Monatsrente je 10.000 Euro Policenwert ist. Derzeit wird juristisch geklärt, ob solche Kürzungen möglich sind. Diese Fälle konnte und wollte die Versicherungsombudsfrau per Schlichtung nicht klären. Im Jahresbericht wird dazu festgestellt: „Eine höchst richterliche Klärung dieser Frage gibt es noch nicht. (…) Die Klärung von Fragen mit so weitreichenden Folgen für eine Vielzahl von Verträgen bleibt nach der Verfahrensordnung den staatlichen Gerichten vorbehalten.“

Die Versicherungswirtschaft hatte den Versicherungsombudsmann als außergerichtliche und neutrale Schlichtungsstelle ins Leben gerufen. Kunden und Kundinnen können sich kostenlos an die Stelle wenden, die nun von einer Frau, der früheren Vorsitzenden des für das Versicherungsrecht zuständigen IV. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs, Sibylle Kessal Wulf, geleitet wird. 

Die Erfolgsquote der Schlichtungsanträge bei Beschwerden über Unternehmen lag in der Lebensversicherung bei 34,4 Prozent und bei den anderen Sparten insgesamt bei 52,4 Prozent.

So erreichen Sie die Schlichtungsstelle

Telefon: Montag bis Donnerstag in der Zeit von 8:30 – 15:30 Uhr und freitags von 8:30 – 12:30 Uhr, kostenfreie Rufnummer: 0800 3696000

Brief: Versicherungsombudsmann e. V.
Postfach 080632
10006 Berlin

E-Mail: beschwerde@versicherungsombudsmann.de


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