Berlin (kr). 68 Prozent der Deutschen würden beim Essen gern mehr auf den Klimaschutz achten, am deutlichsten zeigt sich dieser Wunsch mit 83 Prozent bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des forsa-Instituts im Auftrag des AOK-Bundesverbands. Nach einer Mitteilung der AOK wurden im November und Dezember 2023 1.500 befragten Bürgerinnen und Bürger befragt.
Das Problem: Die wenigsten Menschen scheinen zu wissen, wie sie sich nachhaltiger ernähren können. So wisse beispielsweise nur ein Viertel (27 Prozent) der Erwachsenen, dass der reduzierte Konsum tierischer Produkte wie Fleisch oder Milchprodukte den stärksten Effekt auf das Klima habe. Fast drei Viertel (72 Prozent) glaubten fälschlicherweise, dass eine andere Verhaltensweise die effektivste sei.
Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, sieht Handlungsbedarf seitens der Politik, denn drei Viertel der Befragten (76 Prozent) wünschten sich ein verbindliches und verständliches Klimalabel. „Wenn wir wollen, dass Menschen sich nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend ernähren, müssen wir die hierfür notwendigen Voraussetzungen schaffen.“ Sie plädiert daher für ein Label, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel schon beim Einkauf nach klimafreundlich und klimaschädlich unterscheiden könnten.
Reimann kritisierte, dass die Bundesregierung zwar den Nutri-Score weiterentwickelt habe und ihn EU-weit verpflichtend einführen wolle. Leider folge sie aber in Sachen nachhaltiger Ernährung nicht den Empfehlungen des Bürgerrats. Dieser hatte eine verpflichtende Kennzeichnung gefordert, die sowohl zu Gesundheit, Klima und Tierhaltung Auskunft gebe: „Klima und Gesundheit hängen eng miteinander zusammen, beide Bereiche gemeinsam zu denken, macht daher absolut Sinn.“
Geteilt zeigt sich die Meinung der Befragten laut AOK bei der Besteuerung klimaschädlicher Lebensmittel: Knapp über die Hälfte (55 Prozent) meine, dass die Politik klimaschädliche Lebensmittel höher besteuern sollte, während 41 Prozent diesem Vorschlag eher nicht (21 Prozent) oder überhaupt nicht (20 Prozent) zustimmten.
