Bayern/Bad Homburg (sth). Vor einem halben Jahr hat die Bundesregierung ihren alle vier Jahre erscheinenden Alterssicherungsbericht vorgelegt – diesmal für das Jahr 2020. Die 275 Seiten lange Studie beruht auf der im Jahr vor der Veröffentlichung des Berichts durchgeführten Erhebung „Alterssicherung in Deutschland“. Dafür wurden die Alterseinkünfte von weit mehr als 10.000 Seniorinnen und Senioren im gesamten Bundesgebiet ermittelt. Die zentralen Ergebnisse des Alterssicherungsberichts haben die bayerischen Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV) jetzt auf nur zehn Seiten in Form von Grafiken und kurzen Texten zusammengefasst. Sie sind damit eine gute Faktenquelle für alle an der Situation der heutigen Rentnerinnen und Rentner Interessierten, die keine Zeit haben, die Gesamtausgabe des Alterssicherungsberichts auszuwerten.
Eine wichtige Erkenntnis des aktuellen Regierungsberichts, die sich auch in der bayerischen Zusammenfassung widerspiegelt: Gerade die Bezieher geringer Einkommen sorgen zu wenig zusätzlich für das Alter vor. Über alle Einkommensklassen hinweg gaben demnach rund 35 Prozent der Befragten an, über keine zusätzliche Altersvorsorge zu verfügen. Bedenklich stimme, „dass deren Anteil in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist“, heißt es in dem DRV-Papier. Im Jahr 2011 seien es erst knapp 29 Prozent gewesen. Zudem seien die Zahlen zur Verbreitung der Riesterrente sowie zur betrieblichen Altersversorgung „2019 ungünstiger als 2011“ ausgefallen, hebt die Zusammenfassung hervor.
Knapp 54 Prozent der Geringverdiener ohne betriebliche oder private Vorsorge
Bei Beschäftigten mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro pro Monat hätten 2019 knapp 54 Prozent oder rund 2,2 Millionen der knapp 4,2 Millionen erfassten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten „weder eine betriebliche noch staatlich geförderte private Altersvorsorge vorweisen“ können, schreiben die DRV-Autoren. „Rund 71 Prozent davon sind Frauen (zirka 1,6 Millionen), die in dieser Einkommensgruppe stark überrepräsentiert sind“. Dabei sei die Verbreitung der zusätzlichen Vorsorge unter gering verdienenden Frauen „mit zirka 51 Prozent höher als unter gering verdienenden Männern mit rund 34 Prozent“, heißt es.
Bei der Bewertung dieser Daten sei jedoch zu berücksichtigen, dass etwa 50 Prozent der Befragten, die über keine betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente verfügen, nach eigenen Angaben eine alternative Altersabsicherung hätten, so die bayerischen Rentenversicherer – zum Beispiel eine andere private Renten- oder Lebensversicherung, selbstgenutztes Wohneigentum oder Ähnliches. „Auch in der Gruppe der Geringverdiener mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro trifft dies nach deren eigenen Angaben auf rund 37 Prozent der Personen zu“, stellen die DRV-Experten fest.
