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So können nicht nur Berufsanfänger für später vorsorgen

Wer zum ersten Mal richtig Geld verdient, sollte gleich mit der zusätzlichen Altersvorsorge anfangen. Eine Checkliste mit sieben Punkten, um gut abgesichert zu sein.

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Junger Mann auf dem Sofa schaut nachdenklich auf sein Notebook. Bild: IMAGO / agefotostock / George Rudy

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Eine finanzielle Notreserve anlegen

Irgendwas passieren kann immer. Dann ist es gut, wenn Sie Geld für eine Notreserve getrennt vom Girokonto auf einem Tagesgeldkonto angelegt haben. Dort ist das Geld täglich verfügbar. Im Unterschied zu einem Girokonto bekommen Sie dort auch Zinsen, derzeit bis zu vier Prozent, zumindest für Neukunden. 

Zwei bis drei Nettomonatsgehälter sollten Sie auf jeden Fall auf dem Tagesgeldkonto bunkern. Und wenn das Geld am Anfang des Berufslebens noch knapp ist, eignet sich das Tagesgeldkonto auch gut fürs Sparen kleinerer Beträge.

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An die wichtigsten Versicherungen denken

Unverzichtbar: die Haftpflichtversicherung 

Stellen Sie sich vor, Sie verursachen aus Versehen einen schweren Schaden und müssen dafür aufkommen. Im schlimmsten Fall kann Sie das ruinieren. Um sich davor zu schützen, sollten Sie eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Damit sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden abgedeckt, die durch fahrlässiges Handeln im Privatleben entstehen. 

Kinder sind zwar normalerweise ohne Extrabeitrag bei den Eltern mitversichert. Wer aber mit eigenem Hausstand und Gehalt ins Berufsleben gestartet ist, braucht einen eigenen Vertrag. Eine solche Police gibt’s schon für weniger als 50 Euro im Jahr, und sie gibt Ihnen die Sicherheit, dass zum Beispiel das fürs Alter ersparte Geld nicht auf einmal für das Begleichen eines Riesenschadens draufgeht. 

Berufsunfähigkeitsversicherung früh abschließen

Wer wegen einer schweren Krankheit, eines Unfalls oder psychischer Leiden dauerhaft nicht mehr oder nur zum Teil arbeiten kann, fällt schlimmstenfalls in Armut. Das kann auch jungen Menschen passieren. Der Staat hilft dann nur bedingt. Die Rentenversicherung federt zwar in solchen Fällen das Schlimmste mit einer Erwerbsminderungsrente ab. Doch die allein reicht in der Regel nicht, um den Lebensstandard zu halten. 

Die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb dringend, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, um eine zusätzliche Rente zu bekommen, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Das sollten Sie möglichst früh tun. Für junge Menschen sind die Verträge günstiger, auch weil es noch nicht so viele gesundheitliche Vorbelastungen gibt. Denn Versicherer verlangen bei Vorerkrankungen höhere Beiträge. Oder sie bestimmen von vorneherein, dass sie bei bestimmten Krankheiten mit anschließender Berufsunfähigkeit nicht zahlen. 

Trotzdem: Eine BU-Versicherung ist nicht billig. Schon ein gesunder, junger Mensch mit Bürojob muss schnell mal mehr als 100 Euro pro Monat investieren. Und für Menschen mit körperlicher Tätigkeit liegen die Beiträge noch höher.  

Wichtig: Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es vieles zu beachten. Deshalb sollten Sie einen solchen Vertrag auf keinen Fall leichtfertig online oder beim nächstbesten Versicherungsvertreter abschließen. Lassen Sie sich von einer Verbraucherzentrale oder einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten. Diese können aus den Angeboten vieler Gesellschaften idealerweise die besten heraussuchen und bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen helfen. 

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Mit der Risikolebensversicherung die Lieben absichern 

Sie haben bereits Kinder? Oder Sie sind in einer Partnerschaft der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin und wollen Ihren Partner oder Ihre Partnerin für den Fall Ihres Todes absichern? Dann ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll. 

Eine solche Police ist allerdings kein Sparvertrag fürs Alter. Die Beiträge werden nicht angelegt. Vielmehr bekommen Ihre Hinterbliebenen die vereinbarte Summe nur ausgezahlt, wenn es wirklich zum Schlimmsten kommt. Dafür können Sie sich aber schon für weniger als zehn Euro im Monat 100.000 Euro oder mehr für den schlimmsten Fall sichern.

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Die gesetzliche Rentenversicherung nicht unterschätzen

Die gesetzliche Rente wird für die meisten Menschen im Alter die wichtigste Einkommensquelle sein. Dennoch fragen sich viele: Lohnt es sich überhaupt, in die Rentenversicherung einzuzahlen, wenn die Rente allein ohnehin nicht im Alter für ein Leben im Wohlstand reicht? Was dabei übersehen wird: Mit regelmäßigen Beiträgen über mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse sichern Sie sich auch viele Zusatzleistungen. Dazu gehören: 

  • eine Rente für die Hinterbliebenen (Witwenrente und Waisenrente
  • die Zahlung der Hälfte des Beitrags in die Krankenkasse, den die Rentenversicherung übernimmt, wenn man in Altersrente gegangen ist. 
  • ein Anspruch auf Rehabilitationsleistungen, etwa nach einem schweren Unfall oder einer schweren Krankheit
  • ein Anspruch auf Erziehungszeiten, während die oder der Versicherte ohne eigene Einzahlungen zusätzliche Anwartschaften auf eine Rentenzahlung erwirbt. 
  • ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Hier profitieren Berufseinsteiger von Sonderregelungen, durch die sie sogar vom ersten Arbeitstag an geschützt sind.

Sich all diese Leistungen über eine private Rentenversicherung zu sichern, ist nicht möglich und wäre vermutlich auch extrem teuer. 

Nach Altersvorsorge im Betrieb fragen

Altersvorsorge zusammen mit Chef oder Chefin: Auf eine betriebliche Altersvorsorge haben alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Anspruch – auch Berufsanfänger. Das heißt: Sie können von Ihrem Arbeitgeber verlangen, dass dieser einen Teil Ihres Bruttogehalts in einen Vertrag für eine Altersversorgung investiert. Das Prinzip nennt sich Entgeltumwandlung. Im Alter bekommen Sie dafür eine zusätzliche Betriebsrente ausgezahlt. 

Der Vorteil: Das ist nicht nur bequem, der Arbeitgeber muss selbst auch mindestens 15 Prozent dazugeben. Und Sie zahlen weniger Steuern und Sozialabgaben, sparen also zum Beispiel Beiträge zur Renten- und zur Arbeitslosenversicherung. 

Es gibt aber auch zwei gravierende Nachteile: 

  • Weil Sie weniger in die Rentenkasse einzahlen, bekommen Sie dafür auch später etwas weniger Rente. Auch das Arbeitslosengeld fällt geringer aus, falls Sie den Job verlieren.
  • Wenn Sie eines Tages die Betriebsrente bekommen, müssen Sie darauf den vollen Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, wenn Sie gesetzlich versichert sind. 

Merten Larisch, Experte für Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Bayern, rät deshalb, solche Verträge nur abzuschließen, wenn der Arbeitgeber möglichst komplett die Einzahlungen für die betriebliche Altersvorsorge übernimmt. Ist dies der Fall, sollten sich nicht nur Berufsanfänger mit womöglich wenig eigenem Geld diese zusätzliche Altersvorsorge nicht entgehen lassen. 

Riester-Rente prüfen

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Das Prinzip: Sie schließen einen entsprechenden Sparvertrag bei einem Anbieter ab, zahlen regelmäßig ein und der Staat beteiligt sich mit Zuschüssen. 

Die Riester-Rente gilt als teuer, wenig lohnend und als zu kompliziert. Das ändert aber nichts daran, dass sie zumindest für Menschen mit wenig Einkommen und mit Kindern attraktiv sein kann. Voraussetzung: Ihr Einkommen ist so niedrig, dass Sie nur den Mindestbetrag von fünf Euro im Monat einzahlen müssen. Sie erhalten trotzdem jährlich 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind vom Staat dazu.

Riester-Sparer mit Kindern und geringem Einkommen können so über die Jahre hinweg Zuschüsse von 10.000 Euro und mehr vom Staat bekommen, ohne selbst viel eingezahlt zu haben. Berufsanfänger oder Teilzeit-Beschäftigte mit geringem Gehalt sollten deshalb zumindest prüfen, ob ein Vertrag sich für sie wegen einer hohen Förderquote lohnen kann.  

Riester-Sparer bekommen neben Grundzulage und Kinderzulage einen Berufseinsteigerbonus vom Staat, wenn sie beim Abschluss des Riester-Vertrages unter 25 Jahre sind. Voraussetzung: Sie sind rentenversicherungspflichtig beschäftigt und zahlen mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres in den Vertrag ein.

  • Der Bonus für Berufsstarter beträgt einmalig 200 Euro.
  • Wenn Sie im Vorjahr noch kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen hatten, zahlen Sie den Mindestbeitrag von fünf Euro im Monat beziehungsweise 60 Euro pro Jahr.
  • Sie dürfen den Berufseinsteigerbonus wie Grundzulage und Kinderzulage von den vier Prozent abziehen. Da er nur einmal gezahlt wird, wirkt er sich nur im ersten Jahr auf Ihren Eigenanteil aus.

Vermögenswirksame Leistungen nutzen

20 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen (VL). Das sind monatlich bis zu 40 Euro, die der Arbeitgeber in einen Sparvertrag einzahlt. Das Geld fließt also nicht direkt zur freien Verfügung aufs Bankkonto. VL-Sparer müssen vorher entscheiden, in welchen Vertrag das Geld fließen soll.

Die VL sollten sich gerade Berufsanfänger, deren Gehalt in den ersten Jahren vielleicht noch nicht so üppig ausfällt, nicht entgehen lassen. Zumal sie bei diesen Leistungen doppelt profitieren können: Arbeitnehmer können von ihrem Arbeitgeber nicht nur bis zu 40 Euro pro Monat als VL erhalten.  Obendrauf gibt es vom Staat die sogenannte Arbeitnehmersparzulage, sofern das Jahreseinkommen bestimmte Grenzen nicht überschreiten – 20.000 Euro für Alleinstehende, 40.000 Euro für Verheiratetet. Für das Sparen in Aktienfonds beläuft sich die Zulage auf bis zu 80 Euro im Jahr

Deshalb fragen Sie einfach mal im Personalbüro, bei der Chefin, beim Betriebs- oder Personalrat nach, ob Ihr Arbeitgeber VL zahlt. Meistens ist der Zuschuss geringer als die 40 Euro im Monat. Den Rest können Sie aber aus eigener Tasche aufstocken. 

Die VL eignen sich auch gut für das langfristige Sparen, um sich zum Beispiel ein kleines Vermögen fürs Alter aufzubauen. 

Beispiel: 

  • Ein Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben zusammen 40 Euro jeden Monat sechs Jahre lang in einen VL-Vertrag eingezahlt. 
  • Das Geld wandert in einen Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland. Die Gesamteinzahlung beläuft sich damit auf 2880 Euro. 
  • Daraus wurden nach den Berechnungen des Fondsverbands BVI seit 1962 bis 2022 im Durchschnitt aller Anlageperioden und aller dafür geöffneter Fonds 3857 Euro. Die Rendite beläuft sich auf 7,29 Prozent. 
  • Mit Arbeitnehmerzulage wären sogar durchschnittlich 4337 Euro herausgekommen, bei einer Rendite von 10,26 Prozent. Legt man VL über Jahrzehnte in Aktienfonds an, sollte am Ende also durchaus eine fünfstellige Summe zusammenkommen. 

Mehr über VL 

VL: Mit 40 Euro im Monat fürs Alter sparen

Mit einem Fondssparplan früh anfangen

Wer aus eigener Tasche noch ein wenig Geld beiseitelegen kann, sollte nach Empfehlungen unabhängiger Finanzexperten einen Fondssparplan anlegen. Das geht schon mit zum Beispiel 25, 50 oder 100 Euro im Monat. 

Dafür bieten sich vor allem Exchange Traded Funds (ETF) an, also Fonds, die die Kursentwicklung von bestimmten Börsenindizes nachbilden, zum Beispiel den Weltindex MSCI World. Dieser enthält einen Korb von 1600 Aktien aus 23 Industrieländern. Wer über ein ETF 100 Euro in diesen Index investiert, wäre zum Beispiel mit ein paar Euro an Apple und mit ein paar Cent an SAP beteiligt. 

Die Idee dahinter: Wer sein Geld über Hunderte unterschiedliche Firmen streut, senkt sein Risiko. Denn während manche Firmen eine Krise durchmachen, feiern andere Erfolge. 

Wer in der Vergangenheit so agierte und das zwei, drei Jahrzehnte lang durchhielt, kam mit einem Investment in den Weltindex MSCI World auf jährliche Durchschnittsrenditen von etwa acht Prozent, auch wenn die Kurse zwischendurch mal kräftig sanken. So können Sie sich auch als Berufsanfänger mit wenig Geld Schritt für Schritt ein Vermögen aufbauen.

Beispiel: Sie legen 50 Euro über 35 Jahre in einen ETF mit einer Rendite von fünf Prozent nach Abzug von Steuern an. Dann hätten Sie am Ende immerhin rund 55.660 Euro zusammengespart – genug Geld, um sich daraus mit einem Auszahlplan eine Zusatzrente auszahlen zu lassen.

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