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Rentenerhöhung 2019: Renten steigen ab Juli um mehr als 3 Prozent

Auch in diesem Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland über eine Rentenerhöhung freuen: Im Westen bekommen sie 3,18 Prozent mehr Rente, im Osten 3,91 Prozent. Wie die Rentensteigerung zustande kommt und was das für die Steuer bedeutet.

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Rentnerpaar lächelnd in Abenddämmerung draußen. Bild: IMAGO / Westend61

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Lohnentwicklung ist ausschlaggebend

Grundlage für die Rentensteigerung ist die Entwicklung der Bruttoentgelte der beitragspflichtig Beschäftigten: Steigen die Löhne stark, so steigt auch die Rente stark. 2019 kommt es darauf an, wie sich die Löhne 2018 gegenüber 2017 entwickelt haben.

Die Berechnungen erfolgen dabei getrennt für die alten und für die neuen Bundesländer. Aufgrund der Daten des Statistischen Bundesamts ergibt sich für 2018 im Vergleich zum Vorjahr rechnerisch eine Lohnsteigerung um 2,39 Prozent in den alten und 2,99 Prozent in den neuen Bundesländern.

Grafik zu Rentensteigerungen seit 2009 in Prozent. Vergleich alter und neuer Bundesländer.

Nachhaltigkeitsfaktor sorgt für zusätzliche Rentensteigerung

Dass die Renten auch in diesem Jahr stärker steigen als es die Löhne taten, liegt am Nachhaltigkeitsfaktor. Er bildet das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern in der Rentenversicherung ab. Damit soll die demografische Entwicklung berücksichtigt werden. Auch hier kommt es auf Entwicklung im letzten Jahr gegenüber dem vorletzten Jahr an – also 2018 gegenüber 2017.

Durch die relativ günstige Arbeitsmarktentwicklung gab es im Vergleichszeitraum mehr Beschäftigte. Das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern hat sich um 0,64 Prozent „verbessert“ – oder in der Sprache der Rentenversicherung – um den Faktor 1,0064. Das sorgt für einen zusätzlichen Rentenanstieg.

Beitragssatz wirkt sich positiv aus

Dass der Beitragssatz im Vorjahr gesunken war, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlen, wirkt sich in diesem Jahr ebenfalls positiv auf die Rentenhöhe aus. Dafür sorgt der „Beitragssatzfaktor“, der in die Berechnung der Rentenanpassung einfließt. Weil der Beitragssatz von 2017 auf 2018 gesunken ist, sorgt der Faktor für ein kleines Rentenplus von genau 0,13 Prozent bzw. um den Faktor 1,0013.

So wird die Rentenanpassung berechnet

Um zu berechnen, wie hoch die Rentenanpassung ausfällt, werden die drei genannten Faktoren Lohnentwicklung, Nachhaltigkeitsfaktor und Beitragssatzfaktor miteinander multipliziert.

Beispiel Anpassung West

1,0239 (Bruttolohnentwicklung) x 1,0064 (Nachhaltigkeitsfaktor) x 1,0013 (Beitragssatzfaktor) bringt eine Erhöhung um den Faktor 1,0318 – anders ausgedrückt: um 3,18 Prozent.

Dadurch steigt der aktuelle Rentenwert (West) zum 1. Juli 2019 von 32,03 Euro um genau einen Euro auf 33,05 Euro. Das Altersruhegeld eines so genannten Standardrentners (West), der 45 Jahre lang genau einen Durchschnittsverdienst erzielt und entsprechend Rentenbeiträge gezahlt hat, steigt damit von 1.441,35 Euro auf (45 x 33,05 =) 1.487,25 Euro, also um 45,90 Euro.

Rentenangleichung in Ost und West bis 2024

Damit sich die Renten in Ost und West bis 2024 angleichen, fällt die Rentenerhöhung im Osten auch in diesem Jahr wieder etwas höher aus. Ab Juli 2024 wird die Rente in ganz Deutschland dann einheitlich berechnet.

48.000 Rentner könnten steuerpflichtig werden

Durch die Rentenerhöhungen könnten bis zu 48.000 derzeitige Rentnerinnen und Rentner steuerpflichtig werden. Nach wie vor muss der überwiegende Teil der Rentner allerdings weiterhin keine Steuern zahlen. Anders alleinstehende Neurentner: Sie werden bei einer Bruttorente von rund 1.200 Euro steuerpflichtig.

Was die Steuerpflicht bedeutet und was Rentner beachten müssen:

Video: Warum es Rentenerhöhungen gibt

Weitere Informationen

www.deutsche-rentenversicherung.de
Die Deutsche Rentenversicherung beantwortet häufig gestellte Fragen zur Rentenanpassung auf ihrer Internetseite

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