Ihre-Vorsorge Logo

Altersvorsorgedepot: Mangelndes Wissen bremst Interesse

Eine Postbank-Umfrage zeigt: Noch halten es 46 Prozent der Erwerbstätigen für unwahrscheinlich, am künftigen staatlich geförderten Sparen teilzunehmen.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Kollegen schauen besorgt auf eine Finanzgrafik und einen Laptopbildschirm im Büro.

© Nicht definiert

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es – aber für eine klare Entscheidung bei der Altersvorsorge fehlt häufig das Wissen.

Frankfurt (bpb). Sollte das Altersvorsorgedepot tatsächlich später als zum Jahresbeginn 2027 starten, wie Beobachter derzeit argwöhnen, hätte es ein Gutes: Die Öffentlichkeit könnte besser über die Vorteile informiert werden und ein höheres Interesse am neuen Sparmodell entwickeln. Zwar laufen sich Versicherer, Banken und Fondsgesellschaften schon warm, um mit Kampagnen für konkrete Angebote baldmöglichst loslegen zu können, doch hält sich die Nachfrage sämtlicher potenzieller Anleger noch in Grenzen. Bei einer telefonischen yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank gaben Anfang April 46 Prozent der Befragten an, dass der Abschluss eines Altersvorsorgedepots für sie nicht infrage kommt. „Ein Grund dafür ist die verbreitete Unsicherheit im Umgang mit Wertpapieren“, sagt Michael Koschatzki, Fachmann für Investmentprodukte bei der zur Deutschen-Bank-Gruppe zählenden Postbank. „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher tun sich schwer, Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen – insbesondere Wertschwankungen und mögliche Verluste."

Knapp 40 Prozent wollen neues Vorsorgesparen nutzen

Das Interesse an der neuen Form des geförderten Sparens ist dabei grundsätzlich vorhanden: Unter 1.105 Erwerbstätigen kann sich mehr als jeder Dritte (38 Prozent) vorstellen, ein Altersvorsorgedepot zu nutzen. Besonders hoch ist die Aufgeschlossenheit bei Menschen, die bereits im Rahmen ihrer Altersvorsorge in Wertpapiere investieren: Rund 60 Prozent von ihnen ziehen ein solches Depot in Betracht. Auch bei jüngeren Befragten ist das Interesse
überdurchschnittlich ausgeprägt. 

Schwierige Einschätzung des Verlustrisikos als Hemmnis

Bemerkenswert aus Sicht der Postbank: Jeder Fünfte (20 Prozent), der privat vorsorgt, aber bislang keine Wertpapiere nutzt, würde ein Altersvorsorgedepot wahrscheinlich abschließen. Gleichzeitig sind viele Menschen zurückhaltend: Laut Umfrage kann knapp jeder Dritte (32 Prozent) das Verlustrisiko von Wertpapieren mit Blick auf die persönlichen Finanzen überhaupt nicht beurteilen.

Feste Auszahlbeträge bevorzugt

Die Umfrage zeigt eine Präferenz vieler Menschen für sicherheitsorientierte Modelle: 34 Prozent der Erwerbstätigen würden eine Anlage mit einem festen Auszahlungsbetrag bevorzugen, während sich rund 23 Prozent eher für eine chancenorientierte Lösung entscheiden würden. „Ob mehr Menschen dafür gewonnen werden können, mit Wertpapieren für ihr Alter vorzusorgen, wird auch davon abhängen, wie gut es gelingt, über Chancen und
Risiken aufzuklären und ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten“,
erklärt der Postbank-Experte.

Neue Sparform nutzt Kapitalmarkt

Das Altersvorsorgedepot sieht vor, dass regelmäßig in Wertpapiere wie Fonds oder
ETFs investiert wird, deren Anlagen breit gestreut sind. Staatliche Zulagen und
steuerliche Vorteile sollen den Vermögensaufbau unterstützen. Gleichzeitig gilt: Anders
als bei klassischen Vorsorgeprodukten kann auch in Produkte investiert werden, deren
Wertentwicklung den Schwankungen der Kapitalmärkte unterliegt. Verluste bis hin zum
eingesetzten Kapital sind theoretisch möglich.

Informationen zur Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland
GmbH, an der 2.059 Personen zwischen dem 2. und 5. April 2026 teilnahmen. Die
Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab
18 Jahren.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Die Bundesregierung will mit der Frühstartrente Eltern bei der privaten Altersvorsorge für ihre Kinder unterstützen. Das sieht der Gesetzentwurf im Detail vor.

Time
5 Minuten

Der Wettbewerb um Sparer in Deutschland zieht an: Ausländische Geldhäuser, Digitalbanken und etablierte Häuser locken mit hohen Zinsen. Sparer profitieren – wenn sie das Kleingedruckte beachten.

Time
3 Minuten

Bei ETFs stecken die Tücken im Detail, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Und bietet deshalb Aufklärung rund um die Riester-Reform und das neue Altersvorsorgedepot an.

Time
3 Minuten

Eine neue Untersuchung zeigt: Langfristig in den gesamten Markt zu investieren ist besser, als mit Einzelaktien zu spekulieren.

Time
3 Minuten

Die ersten Banken und Finanzdienstleister werben um Kunden für das Altersvorsorge-Depot – mit Gewinnspielen, Vorregistrierungen, Wartelisten. Warum vorschnelle Entscheidungen sich selten lohnen.

Time
2 Minuten

In der Diskussion um eine ausreichende Altersvorsorge zeigt eine Auswertung: Ruheständler in Ostdeutschland leben häufiger zur Miete. Doch ihr mittleres Haushaltseinkommen (Median) ist nur 80 Euro niedriger als im Westen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026