München (tö). Wer derzeit eine Eigentumswohnung kaufen will, zahlt trotz der zuletzt wieder leicht gestiegenen Immobilienpreise noch deutlich weniger als zur Hochphase des Immobilienbooms in Deutschland. Dies geht aus einer Auswertung des Immobilienportals Immowelt hervor. Demnach liegen in den Großstädten die Angebotspreise für Eigentumswohnungen sogar bis zu 18 Prozent niedriger als vor zweieinhalb Jahren.
Im Durchschnitt kosteten die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen in den 81 untersuchten deutschen Großstädten aktuell neun Prozent weniger als im Juni 2022, dem bisherigen bundesweitem Preishöhepunkt. Basis für die Untersuchungen sind die Angebotspreise für eine Bestandswohnung (75 Quadratmeter, drei Zimmer, 1. Stock; Baujahr 1990er Jahre), die von Immowelt erfasst wurden.
Immobilien in vielen Großstädten deutlich günstiger als in Boom-Zeiten
Vor allem in den teuren Metropolen bewegen sich die Preise weiter deutlich unter dem Niveau am Höhepunkt des Immobilienbooms. So wurde eine Wohnung aus den 1990er-Jahren in München Anfang 2025 laut Immowelt für im Mittel 8188 Euro pro Quadratmeter angeboten. Im Juni 2022 waren es dagegen noch 9390 Euro – ein Preisunterschied von 13 Prozent. In Berlin ist die Ersparnis gegenüber dem Höchststand etwas geringer: Im Juni 2022 betrug der mittlere Angebotspreis 5162 Euro, derzeit sind es 4841 Euro, ein Preisunterschied von sechs Prozent. „Berliner Eigentumswohnungen blieben auch nach dem Zinsschock gefragt, sodass Verkäufer tendenziell geringere Preiskorrekturen vornehmen mussten“, heißt es dazu bei Immowelt.
Wesentlich größer fällt die prozentuale Ersparnis im Vergleich zum Höchststand in einigen kleineren Großstädten aus. In Kiel etwa kostete eine Bestandswohnung im Juni 2022 durchschnittlich 4182 Euro pro Quadratmeter. Aktuell müssen Käufer in der Hauptstadt Schleswig-Holsteins mit 3427 Euro rechnen – das sind sogar 18 Prozent weniger.
Hypothekenzinsen höher als vor fünf Jahren - aber nicht übermäßig teuer
Die Hypothekenzinsen liegen nach Angaben des Verbraucherportals biallo.de mit durchschnittlich 3,46 Prozent für zehn Jahre Laufzeit derzeit (Stand: 7.2.2025) deutlich über den Tiefststand vor fünf Jahren, als es Immobiliendarlehen für unter 1,0 Prozent gab. Zuletzt gingen aber die Hypothekenzinsen von mehr als vier Prozent im November 2023 wieder um gut einen halben Prozentpunkt zurück.
Baukreditzinsen von um die 3,5 Prozent sind historisch gesehen günstig, sie liegen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Viele Akteure in der Immobilienbranche sehen deshalb jetzt einen guten Zeitpunkt, um eine Immobilie zu erwerben. Verbraucherzentralen raten potentiellen Käufer und Käuferinnen jedoch nichts zu überstürzen, die Konditionen der Banken zu vergleichen und in Ruhe zu entscheiden.
