München (tö). Traumhafte Renditen sogar in Zeiten niedriger Zinsen - und dann noch kurzfristig verfügbar und ohne großes Anlagerisiko: Was nicht sein kann, ist meist auch nicht so, wie die Stiftung Warentest warnt. Den erfahrenen Marktbeobachtern zufolge versuchen betrügerische Finanzfirmen verstärkt, mit vermeintlich hohen Festgeldzinsen Sparerinnen und Sparer in Deutschland um ihr Geld bringen. Der Analyse zufolge (Stiftung Warentest Finanzen 9/2025) fluten die Abzocker „das Internet mit professionell aussehenden Webseiten“, auf denen mit Festgeldzinsen von zum Beispiel 4,45 oder sogar mehr als fünf Prozent geworben wird. Solche Angebote ließen sich „in kürzester Zeit erzeugen“, sie seien „mit gefälschten Logos, dubiosen Qualitätssiegeln und gestohlenen Identitäten versehen“. Verschwinde eine Abzockerseite aus dem Netz, so die Finanztester, setzten die Betrüger einfach eine neue auf.
Gauner werden kaum belangt
Die Stiftung kritisiert: „Verfolgt werden sie in Deutschland nur lückenhaft. Viele Täter bleiben unbehelligt.“ Um so wichtiger sei es, die Warnzeichen bei verheißungsvoll klingenden Zinsangeboten zu erkennen. Die Warentester raten, Zinsangebote im Netz mit seriösen Topangeboten zu vergleichen. Dafür reicht ein Blick auf einschlägige Zins- und Vergleichsportale wie raisin.com (früher weltsparen.de), check24.de, biallo.de oder verivox.de. Laut Biallo.de gab es zum Beispiel für Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren Mitte Dezember 2025 im Durchschnitt knapp 1,6 Prozent Zinsen – vier oder fünf Prozent, wie von Betrügern angeboten, kann es bei seriösen Banken mit mindestens einer EU-Einlagensicherung also gar nicht geben.
5 Tipps für sicheres Anlegen
Wer für das Alter vorsorgen will oder die eiserne Reserve sicher anlegen möchte, sollte sich diese Merksätze der Finanzprofis merken:
- „Ignorieren Sie Anbieter, die Zeitdruck mit Befristungen erzeugen“.
- „Lassen Sie sich nicht per Telefon oder E-Mail dazu verleiten, einen Festgeldvertrag zu schließen. Das tun seriöse Banken nicht.“
- „Checken Sie, ob die Vermittler von tollen Zinsangeboten auf unserer Warnliste stehen“ (siehe test.de/warnliste).
- „Sehen Sie ins Impressum! Finger weg, wenn keine Adresse angegeben ist.“
- „Ignorieren Sie Zinsportale aus dem Ausland, oft aus der Schweiz, Liechtenstein, Litauen, Georgien oder Großbritannien“.
- https://www.ihre-vorsorge.de/finanzen/nachrichten/vorsicht-promi-werbung-fuer-geldanlagen-nicht-anklicken
- https://www.ihre-vorsorge.de/finanzen/nachrichten/festgeld-verbraucherzentralen-warnen-vor-betruegern
- https://www.ihre-vorsorge.de/altersvorsorge/private-vorsorge/so-erkennen-sie-betrueger-und-finanzgauner
