Frankfurt (tr). Mit Wertpapieren Vermögen für den Ruhestand aufbauen: Mit den neuen Altersvorsorgedepots gibt es dafür ab Januar 2027 auch staatliche Förderung. Dabei spielen Aktien und Fonds für viele Erwerbstätige schon heute eine wachsende Rolle. Das geht aus einer Umfrage der Postbank hervor. Demnach nutzen bereits 58 Prozent der Berufstätigen, die privat vorsorgen, Wertpapiere für ihre Altersvorsorge. Gegenüber der Vergleichsumfrage aus dem Jahr 2024 entspricht das einem Anstieg von rund sechs Prozentpunkten.
„Es ist eine gute und wichtige Entwicklung, dass immer mehr Menschen Wertpapiere für den Vermögensaufbau nutzen, da sie langfristig höhere Renditechancen bieten können als viele klassische Anlageformen – allerdings bei entsprechend höheren Risiken“, stellt Michael Koschatzki fest, Investmentexperte der Postbank. Da die Wertentwicklung von Fonds und Aktien Schwankungen unterliegt und Verluste möglich sind, sei es jedoch wichtig, sich nicht allein auf Wertpapiere zu verlassen. Entscheidend sei zudem ein möglichst langer Anlagehorizont. „Wer früh beginnt und langfristig investiert, kann Schwankungen an den Kapitalmärkten eher ausgleichen.“
Die Postbank rät zu „Anlagezeiträumen von mindestens 15 Jahren, besser länger“. Und weist darauf hin, dass der Vermögensaufbau auch Disziplin erfordert – zum Beispiel, das investierte Geld möglichst nicht vorzeitig zu entnehmen.
Großes Interesse an den Altersvorsorgedepots
Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot könnte der privaten Vorsorge mittels Wertpapieren zusätzliche Impulse geben. Besonders groß ist das Interesse laut der Postbank-Umfrage bei denjenigen, die bereits Wertpapiere besitzen. Fast 60 Prozent von ihnen zeigen sich demnach offen für dieses Modell.
Gleichzeitig macht die Umfrage aber auch deutlich: Für eine breitere Nutzung von Wertpapieren sind verständliche Informationen und Aufklärung nötig. Viele Menschen tun sich nach wie vor schwer, Risiken und Funktionsweise von Kapitalmarktanlagen realistisch einzuschätzen. So können 32 Prozent der Befragten das Verlustrisiko von Wertpapieren für ihre persönlichen Finanzen nur schwer kalkulieren. Entsprechend wichtig sei es, so die Postbank, über Chancen und Risiken aufzuklären.
