Ihre-Vorsorge Logo

Zeitungsbericht: Start des Altersvorsorgedepots verzögert sich

Eigentlich soll das Nachfolgemodell der Riester-Rente zum 1. Januar 2027 genutzt werden können. Doch das geplante staatliche Angebot für Millionen Privatkunden lässt sich offenbar nicht so schnell entwickeln, wie die „Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Hand zeigt mit Kugelschreiber auf Finanzgrafiken. Bild: IMAGO / Westend61

© Nicht definiert

Kleine Kreise oder großer Wurf: Ohne das staatliche Standardangebot kann das Altersvorsorgedepot kaum zum Erfolg werden.

München (tö). Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot wird voraussichtlich nicht wie geplant zum 1. Januar 2027 bereitstehen. Bei dem Nachfolgemodell der Riester-Rente könnte es deshalb zu einem „Fehlstart“ kommen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die SZ beruft sich auf „die übereinstimmende Einschätzung“ mehrerer befragter Fachleute. Diese halten den avisierten Starttermin, Anfang des neuen Jahres, mittlerweile für unrealistisch. 

Rechtsverordnung fehlt noch immer

Die Hauptgründe: Nach wie vor fehlt die entscheidende Rechtsverordnung, die die Details des neuen Depots festlegen soll. Außerdem steht das zeitaufwendige Ausschreibungsverfahren für das staatliche Standardangebot noch aus. Matthias Beenken, Professor mit Schwerpunkt Versicherungswirtschaft, sagte der SZ: „Wenn man private Anbieter einbezieht, so müsste man (…) eine Ausschreibung machen. Allein das dauert mehrere Monate.“ Er rechnet damit, dass das Angebot „frühestens im Laufe des kommenden Jahres“ fertig sein wird.

Opposition befürchtet Fehlstart

Warnsignale sind dem Bericht zufolge auch aus der Politik zu hören: „Wir sehen die pünktliche Umsetzung des Standardprodukts ernsthaft in Gefahr“, sagte der Grünen-Finanzpolitiker im Bundestag, Stefan Schmidt. Das Bundesfinanzministerium teilte laut SZ lediglich mit, dass die Gespräche mit möglichen Trägern des staatlichen Altersvorsorgedepots noch laufen. Als mögliche Träger gelten unter anderem die Bundesbank, die KfW-Bank und besonders der Staatsfonds Kenfo. Dieser legt Geld von Energiekonzernen an, um die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken zu finanzieren. Der Bundesrat hatte die Bundesbank als Träger vorgeschlagen. 

Weder Internet-Seite noch ausreichend Mitarbeiter

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte als Starttermin den 1. Januar 2027 genannt. Das Altersvorsorgedepot soll unter anderem Arbeitnehmern und Selbständigen ermöglichen, privat fürs Alter vorzusorgen, mit staatlichen Zuschüssen von bis zu 540 Euro im Jahr plus maximal 300 Euro pro Kind. Das Modell soll die umstrittene Riester-Rente ablösen, die als zu teuer, zu kompliziert und als zu wenig rentabel gilt. Im Altersvorsorgedepot kann das Geld risikoreicher bei niedrigen Kosten am Aktienmarkt angelegt werden, was höhere Renditen ermöglicht. Alle privaten Anbieter wie Banken, Versicherer und Fondsgesellschaften sollen ebenfalls verpflichtet werden, ein Standarddepot anzubieten. Sie sollen in Konkurrenz mit dem staatlichen Angebot treten. Noch gibt es aber für das staatliche Angebot keine Strukturen wie eine Internet-Seite oder Mitarbeiter, die Fragen beantworten können, um ein Massengeschäft mit Millionen Privatkunden zu stemmen. Auch wäre ein längerer Vorlauf hilfreich, um das laut Umfragen in weiten Kreisen der Bevölkerung noch unbekannte Altersvorsorgedepot zu bewerben.

Mehr zum Thema: 


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Mit Hilfe vom Staat sollen schon Kinder monatlich mindestens 10 Euro im Monat fürs Alter ansparen. Der Bundesfinanzminister findet das Konzept überzeugend. Der AfD ist das alles viel zu wenig.

Time
3 Minuten

Welche Zuschüsse gibt es? Was gilt bei einem Arbeitgeberwechsel? 5 Fragen und Antworten zur betrieblichen Altersversorgung.

Time
5 Minuten

Das neue Altersvorsorgedepot kombiniert die staatliche Förderung mit einer Geldanlage am Kapitalmarkt. Riester-Sparer könnten in das neue Fördersystem wechseln. Das sollte man klug abwägen.

Time
2 Minuten

Ob Eigenheim oder Wohnung: Viele Menschen wollen in die eigenen vier Wände. Doch stark steigende Bauzinsen machen bei vielen die Rechnung zunichte. Und Kredite könnten noch teurer werden.

Time
2 Minuten

Der erste Arbeitsvertrag bringt das erste regelmäßige Einkommen. Schon früh einen kleinen Teil davon in die Altersvorsorge zu stecken, kann sich langfristig auszahlen.

Time
2 Minuten

2027 löst das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Bestehende Riester-Verträge bleiben davon unberührt. Das können Sie tun.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026