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Mehr Stunden, mehr Rente: So wirkt Teilzeitarbeit auf Ihre Rentenhöhe

Martina Häuser ist Mutter und arbeitet Teilzeit. Welchen Einfluss hat das auf ihre spätere Rente? Das hat Niklas Füsser von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland für uns ausgerechnet.

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Mann sitzt auf Schreibtisch von Frau in Großraumbüro. Bild: IMAGO / Shotshop / Monkey Business 2

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Martina Häuser ist 41 Jahre alt. Sie hat eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und verdient in etwa das Durchschnittsgehalt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nach der Ausbildung hat sie sieben Jahre Vollzeit gearbeitet – bis die Kinder kamen. Seitdem arbeitet sie in Teilzeit in einer 50-Prozent-Stelle – und verdient damit nur die Hälfte des Durchschnittsgehalts. Ob sie verheiratet ist oder nicht soll für unsere Beispielrechnung keine Rolle spielen. Es geht nur um ihre eigene Rente.

Jetzt ist auch das zweite Kind in die weiterführende Schule gekommen, die Kinder brauchen weniger Betreuung. Wie viele andere Frauen in dieser Situation und mit Kindern, die zehn Jahre alt oder älter sind überlegt Martina Häuser, ihre Stundenzahl aufzustocken. Einerseits hat sie sich in der Teilzeitarbeit gut eingerichtet und genießt die zusätzliche Freizeit. Anderseits weiß sie, dass Teilzeitarbeit auch bedeutet, dass sie später weniger Rente haben wird. Aber wie viel weniger Rente?

Mehr Stunden, mehr Gehalt, mehr Rente?

Niklas Füsser von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland geht in drei Szenarien davon aus, dass Martina Häuser vom 1. Januar 2020 an weiter 50 Prozent arbeitet, auf 75 Prozent aufstockt oder wieder Vollzeit arbeitet und dabei weiterhin genau das Durchschnittsentgelt verdient. Gerechnet hat er dabei jeweils bis zum 1.8.2045. Dann ist Martina Häuser 67 Jahre alt und hat die Regelaltersgrenze erreicht.

Ergebnis: Arbeitet Martina Häuser in den nächsten 25 Jahren weiter in ihrer halben Stelle, bekommt sie nach heutigem Stand 1.145,36 Euro Rente. Zum Vergleich: Mit ihrer Teilzeitstelle heute verdient sie 1.621 Euro brutto im Monat – die Hälfte des Durchschnittsgehalts. Sie verzichtet damit auf mehr als 440 Euro Rente im Vergleich zur Vollzeitstelle. Wenn Sie ab sofort Vollzeit arbeitet, bekommt sie 1.585,47 Euro Rente. Stockt sie auf 75 Prozent auf, hat sie mit 1.368,44 Euro Rente immer noch 217 Euro weniger Rente als bei einer Vollzeitstelle.

Und das sind Bruttowerte: Von der Brutto-Rente gehen noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Für Monika Häuser wären das bei der Rente von 1.145,36 Euro für die dauerhafte halbe Stelle 123,69 Euro (88,76 Euro für die Kranken- und 34,93 Euro für die Pflegeversicherung). Von der Bruttorente bleiben dann noch 1.021,67 Euro. Außerdem werden – je nach Steuersatz und Höhe der gesamten Alterseinkünfte – auch Steuern fällig. Damit würde Martina Häuser nur knapp über dem Grundsicherungsniveau liegen.

„Je mehr Frau arbeitet, desto eher wird ihre Rente im Alter reichen“, erklärt Füsser. Denn die Rente ist eine beitragsbezogene Leistung: Wer mehr arbeitet und mehr verdient, zahlt höhere Beiträge und sammelt mehr Entgeltpunkte. Das ergibt in der Regel später auch eine höhere Rente. „Wer Teilzeit arbeitet, verdient meist weniger – und erwirbt so auch weniger Rentenpunkte. Entsprechend niedriger fällt dann später die Rente aus“.

Rentenversicherung rechnet Kindererziehungszeit an

Dass die Rente nicht noch niedriger ausfällt, liegt an den Extras: Für die Erziehung ihrer beiden Kinder hat Martina Häuser von der Rentenversicherung je drei Entgeltpunkte extra bekommen. Und ihren niedrigen Verdienst in den ersten zehn Jahren nach der Geburt der Kinder hat die Rentenversicherung höher gewertet.

Teilzeitarbeit hat massive Auswirkungen auf die spätere Rente. Das hat unsere Beispielfrau Martina Häuser schon oft gelesen. Aber wie wirkt sich Teilzeit genau aus? Das will sie wissen, bevor sie sich entscheidet, ob sie weiter 20 Stunden arbeitet wie bisher oder ihre Stundenzahl doch ein bisschen hochschraubt. Der Experte dafür ist Niklas Füsser von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, der für ihre-vorsorge.de verschiedene Szenarien des weiteren Arbeitslebens von Martina Häuser ausgerechnet hat.

Den Bonus für die Kindererziehung gibt es von der Rentenversicherung gratis – ohne dass ein einziger Cent als Rentenbeitrag fällig wird. Das schafft einen Ausgleich dafür, dass vorübergehend nur ein eingeschränktes oder gar kein Arbeiten möglich ist.
Niklas Füsser von der DRV Rheinland
Niklas Füsser, DRV Rheinland. (Foto: Jasmin Sobczak)

Rentenanpassung und Inflation haben Einfluss auf die Rentenhöhe

Wenn es eine jährliche Rentenanpassung von zwei Prozent gibt, steigt ihre voraussichtliche Rente selbst bei der 50-Prozent-Stelle zwar auf 1.910 Euro an. Allerdings muss man auch hier die Inflation miteinkalkulieren: Wenn die auch bei jährlich zwei Prozent liegt, wie es die Europäische Zentralbank anstrebt, wird der Effekt der Rentenanpassung aufgehoben.



Weiterarbeit für die letzten 25 Arbeitsjahre in einer
50-%-Stelle75-%-StelleVollzeitstelle
Erwartete Regelaltersrente (brutto) zum 1.8.20451.145,36 Euro1.368,44 Euro1.585,47 Euro
Minus Kranken- und Pflegeversicherung1.021,67 Euro1.220,65 Euro1.414,24 Euro
Bruttorente bei jährlicher Rentenanpassung um 1 %1.480,00 Euro1.770,00 Euro2.050,00 Euro
Bruttorente bei jährlicher Rentenanpassung um 2 %1.910,00 Euro2.280,00 Euro2.650,00 Euro
Abschlagsfreie Rente für besonders langjährige
Versicherte (nach 45 Beitragsjahren) zum 1.8.2043
1.113,46 Euro1.319,79 Euro1.519,48 Euro

Schon 25 Prozent mehr können Rente deutlich steigern

„Wer weiter Teilzeit arbeiten möchte oder muss, sollte zumindest über eine Arbeitszeiterhöhung nachdenken, sobald das machbar wird. Schon 25 Prozent mehr können die Rente deutlich steigern“, rät der Rentenexperte betroffenen Frauen.

Martina Häuser entscheidet sich für die 75-Prozent-Stelle – wissend, dass sie damit in der Rente Einschnitte in kauf nimmt. Aber mehr Stunden würde sie mit Kindern und Haushalt nicht schaffen, ist sie überzeugt. Sie verdient also künftig 2.431,50 Euro brutto, drei Viertel des Durchschnittseinkommens. Deshalb entscheidet sie sich, zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen, um die entstandene Lücke zu füllen.



Wie sie das macht, erfahren Sie im Magazinbeitrag Altersvorsorge für Frauen: So stopfen Sie die Rentenlücke

Weitere Infos: Ihre Rentenhöhe


Wie hoch Ihre Rente vermutlich ausfallen wird, entnehmen Sie der Renteninformation, die Arbeitnehmer in der Regel einmal im Jahr von der Rentenversicherung erhalten. Sie auch "Renteninformation richtig lesen".

Verschiedene Szenarien, wie sich Ihre Rente entwickeln kann, können Sie mit unserem Rentenschätzer durchspielen.

Wie viel netto von ihrer Bruttorente übrig bleibt und welchen Einfluss die Inflation hat, können Sie mit dem Renten-Inflationsrechner ermitteln.

Und was für Frauen in Sachen Rente sonst noch wichtig ist, lesen Sie hier und in unserem Themen-Schwerpunkt.

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