Berlin/Frankfurt am Main (sth). Der Anteil versicherungspflichtig Beschäftigter unter den 60- bis 64-jährigen Menschen in Deutschland ist von 2013 bis 2023 deutlich gestiegen. Er wuchs laut dem jetzt veröffentlichten “Versichertenbericht 2025” der Deutschen Rentenversicherung (DRV) innerhalb des vergangenen Jahrzehnts von 31,5 auf 46,6 Prozent - also nahezu um die Hälfte. Im gleichen Zeitraum sank demnach die Quote der Alters- und Erwerbsminderungsrentner ("Versichertenrentner") ebenfalls deutlich - von 29,6 auf 19,4 Prozent. “Ein wichtiger Grund hierfür ist die größtenteils gute wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts, die sich auch positiv auf die Beschäftigungssituation in der Altersgruppe 60 bis 64 ausgewirkt hat”, heißt es in dem Bericht.
Die steigende Erwerbsbeteiligung älterer Beschäftigter geht nach Angaben der Rentenversicherung auf die “veränderten Zugangsmöglichkeiten in eine vorgezogene Altersrente” (das heißt ein höheres Mindestrentenalter und höhere Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn, d. Red.) als auch auf die Anhebung der Regelaltersgrenze in den vergangenen Jahren zurück. “Während im Jahr 2013 noch rund 83 Prozent aller 65-Jährigen bereits eine Rente aus eigener Versicherung (eine Alters- oder Erwerbsminderungsrente, d. Red.) bezogen, waren es im Jahr 2023 nur noch rund 58 Prozent”, stellten die DRV-Statistiker fest. Gleichzeitig sei der Anteil versicherungspflichtig Beschäftigter in diesem Alter, die noch keine Rente erhielten, von etwa drei auf rund 14 Prozent gestiegen.
Wenig Interesse an Rentenaufschub
“Andererseits gibt es mit insgesamt rund 24.000 Personen nach wie vor wenige Menschen, die auch nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze weiterhin eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, ohne eine Rente zu beziehen”, heißt es in der Analyse der Rentenversicherer. Das Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an einem - politisch erwünschten - Aufschub des Rentenbeginns ist demnach weiterhin sehr überschaubar. Die frühere Ampel-Koalition hatte deshalb im vergangenen Jahr im Rahmen einer “Wachstumsinitiative” mehrere neue Ideen vorgestellt, mit denen sie die Arbeitsbereitschaft älterer Beschäftigter über das Rentenalter hinaus erhöhen wollte. Mit dem vorzeitigen Ende der Ampel und dem Aus des von ihr ursprünglich geplanten “Rentenpakets II” landeten die Pläne jedoch im Papierkorb.
Vergleichsweise deutlich mehr vergrößert - wenn auch “immer noch auf einem niedrigen Niveau” - hat sich laut dem Versichertenbericht die Gruppe jener Frührentnerinnen und -rentner, die vor der Regelaltersgrenze neben ihrer Rente noch versicherungspflichtige Arbeitseinkünfte beziehen. Deren Zahl habe sich zwischen 2018 und 2023 von 25.000 auf 117.000 Personen nahezu verfünffacht, so die DRV-Statistiker. “Dies dürfte zumindest teilweise auf die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze im Jahr 2020 und deren Aufhebung im Jahr 2023 zurückzuführen sein”, heißt es zur Begründung des Befunds.
