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Alternative zum Festgeld: Das bringen Laufzeit-ETFs

Laufzeit-ETFs locken mit hohen, planbaren Erträgen und bieten gleichzeitig die Vorteile eines Indexfonds. Wie gut die Produkte im Vergleich zu festverzinslichen Sparanlagen wirklich sind – ein Leitfaden.

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Buchstaben ETF Exchange Traded Fund in weiß auf transparenter Oberfläche, im Hintergrund zeigt Frau mit Stift darauf. Bild: IMAGO / agefotostock / Wrightstudio

© Nicht definiert

Was sind Laufzeit-ETFs?

Millionen Anleger in Deutschland wollen zumindest einen Teil ihres Geldes sicher für eine bestimmte Zeit anlegen. Ihr Weg führt sie deshalb meist zu Tagesgeldkonten, Festgeld, Sparbriefen oder auch Geldmarktfonds. Seit ein paar Jahren gibt es aber eine Alternative, die vielen Sparern noch gar nicht bekannt sein dürfte: die sogenannten Laufzeit-ETFs. Diese Exchanged Traded Funds (ETF) bilden auch die Kursentwicklung eines Börsenindex ab, haben aber eine Besonderheit: Sie verbinden eine feste Laufzeit mit Vorteilen eines ETFs und versprechen dabei ordentliche Renditen. Während ein klassischer ETF unbegrenzt weiterläuft, sofern er nicht wegen Erfolglosigkeit vom Markt genommen wird, hat ein Laufzeit-ETF immer ein festes Ende. Schon beim Kauf steht also fest, wann der Fonds aufgelöst wird und wann die Anleger ihr Geld zurückbekommen sollen. Wie das geht? 

Der ETF folgt einem Index von Anleihen, die ungefähr zu dem Zeitpunkt fällig werden, an dem die Laufzeit des Indexfonds endet. Läuft er beispielsweise Ende 2028 aus, enthält er überwiegend Anleihen, die Ende 2028 fällig sind und ausgezahlt werden. So kann der ETF-Anbieter den Fonds ohne Probleme am Ende der Laufzeit auflösen und den Gegenwert an die ETF-Käuferinnen und Käufer auszahlen.

Bekannt geworden sind Laufzeit-ETFs vor allem unter dem Markennamen iBonds (steht für „individual Bonds“ oder „Income Bonds“) des Anbieters iShares, der zur US-Investmentfirma Blackrock gehört. Inzwischen bieten aber auch andere Gesellschaften wie Xtrackers, Invesco, Amundi oder BNP Paribas vergleichbare Produkte an. Das Finanzportal JustETF zählte im Sommer 2026 etwa 80 Laufzeitfonds, Tendenz weiter steigend. Im Mai hat Blackrock vier weitere neue iShares iBonds ETFs aufgelegt. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben „auf die wachsende Nachfrage nach Anlagelösungen (…), die planbare Erträge liefern können“.

Welche Vorteile haben Laufzeit-ETFs?

In der Null- und Niedrigzinsphase spielten für Privatanleger Anleihen wie Bundeswertpapiere keine große Rolle. Wer wollte schon dem Staat Geld leihen, wenn es dafür kaum Zinsen gab? Inzwischen sind die Zinsen am Kapitalmarkt wieder gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in diesem Jahr im Juni den Leitzins zum ersten Mal seit September 2023 erhöht. Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren warfen und werfen wieder Renditen von um die drei Prozent ab. Nun investieren zwar mehr und mehr Anlegende mit ETFs am Aktienmarkt, zugleich wollen viele – Sie vielleicht auch – zugleich einen Teil Ihres Geldes sicherer, ohne womöglich irgendwann wieder heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten, anlegen und/oder Geld für ein paar Jahre sicher parken. Und genau diesen Wunsch sollen Laufzeit-ETFs erfüllen. Denn mit den Papieren wissen Anleger schon beim Einstieg genau, wann sie ihr Geld zurückbekommen und welche Erträge ungefähr möglich sind. Sollten Sie also zum Beispiel in einigen Jahren eine größere Ausgabe zu stemmen haben, etwa die Restschuld eines Immobilienkredits begleichen oder ein neues Auto kaufen wollen, können Sie mit den Laufzeit-ETFs vorausschauend planen.

Gibt es noch andere Vorzüge?

Statt das Geld nur einem Unternehmen oder einem Staat zu leihen, investieren Laufzeit-ETFs in viele verschiedene Anleihen, meist in Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit einem guten Rating, also von Schuldnern, bei der die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie ihre Anleihezinsen pünktlich und zuverlässig begleichen und das geliehene Geld am Ende zur vereinbarten Frist zurückzahlen können. Das Risiko, dass ein Schuldner pleitegeht, ist damit schon einmal gering. Und sollte doch einmal ein mit einer Anleihe im ETF enthaltener Staat oder ein solches Unternehmen in die finanzielle Bredouille geraten, werden Sie als Anleger das kaum spüren. Sie müssen sich deshalb keine Sorgen machen, weil die ETFs ja meist einem Index mit mehr als 200 oder 300 Anleihen folgen, dadurch verteilt sich das Risiko.

Weitere Vorteile: Laufzeit-ETF sind an der Börse handelbar. Wenn Sie unerwartet Geld benötigen, können Sie Ihre Anteile zum Kurswert an der Börse verkaufen. Ist der Kurs des ETF seit dem Kaufzeitpunkt gesunken, wird der Verkauf allerdings zu einem Verlustgeschäft. Im Gegensatz dazu ist es fast unmöglich, aus einer Festgeld-Anlage vorzeitig auszusteigen. Und sollte das in Ausnahmefällen doch gehen, ist dies immer mit finanziellen Einbußen verbunden. Hinzu kommt: Sie können – je nach Ihren persönlichen Bedürfnissen – zwischen Laufzeit-ETFs wählen, die Erträge jährlich ausschütten, oder die Erträge sofort wiederanlegen, dann handelt es sich um thesaurierende Fonds. 

So entwickelten sich Laufzeit-ETFs

Name

Isin

Wertentwicklung 
1 Jahr in %
Laufende Kosten 
pro Jahr in %
iShares iBonds Dec 2026 Term EUR Corp. Bd.² 

IE000WA6L436 

2,21

0,12

Xtrackers Targ. Maturity Sept 2027 EUR Corp.¹

LU2673523218 

2,01

0,12

Amundi Fix. Mat. 2027 Euro Gov. Bd. Broad² 

LU2872291435 

1,1

0,09

Invesco BulletShares 2028 EUR Corp. Bd.²

IE00079EUF59 

2,01

0,1

Amundi Fix. Mat. 2028 Euro Gov. Bd. Broad²

LU2780871310 

0,8

0,09

Xtrackers II Tar. Mat. Sept 2029 EUR Corp. Bd.¹

LU2673523309

2,19

0,12

iShares iBonds Dec 2029 Term EUR Corp. Bd. ¹

IE000IHURBR0 

2,16

0,12

Invesco BulletShares 2030 EUR Corp. Bd.¹

IE000W6YTDH7

2,37

0,1

iShares iBonds Dez 2030 Laufzeit EUR Corp.¹

IE000LX17BP9

1,69

0,12

Xtrackers II Targ. Mat. Sept 2031 EUR Corp.¹

LU2673523481

2,77

0,12

iShares iBonds Dec 2031 Term EUR Corp.²

IE000D9WMGF0

2,52

0,12

iShares iBonds Dec 2032 Term EUR Corp.¹

IE0000MR4GH9

2,67

0,12

BNP Parib. Easy ESG Enh. EUR Corp. Dez 2032²

LU2823895847

2,58

0,12

Xtrackers II Tar. Mat. Sept 2033 EUR Corp. Bd.¹

LU2673523564

2,74

0,12

iShares iBonds Dec 2033 Term EUR Corp.¹

IE000E0NL9T3

2,4

0,12

Xtrackers II Tar. Mat. Sept 2034 EUR Corp.¹

LU2809864619

2,81

0,12

iShares iBonds Dec 2034 Term EUR Corp.²

IE000UY6XF65

2,54

0,12

¹Ausschüttend; ²thesaurierend; geordnet nach Dauer der Laufzeit 
Quelle: www.justETF.com; Stand: 15.6.2026

Wie unterscheiden sich Laufzeit-ETFs von klassischen Anleihe-ETFs?

Jede Anleihe hat eine Laufzeit. Wer das Wertpapier nicht vorzeitig verkauft, erhält zur Fälligkeit sein eingesetztes Kapital in voller Höhe zurück und obendrauf jährlich die Zinsen – sofern alles reibungslos läuft. Nun stecken zwar in Anleihen-ETFs oder in gemanagten Anleihefonds (bekannt als Rentenfonds) genau solche Anleihen. Die Fonds haben aber keine Laufzeit, sie sollen, solange sie der Anbieter nicht vom Markt verschwinden lässt, unendlich weiterbestehen. Anleihen, die fällig sind oder deren Laufzeiten nicht mehr zum Anlagekonzept passen, werden in den Endlos-Fonds deshalb ausgetauscht. 

Vorteil: Anlegerinnen und Anleger müssen sich um ihr Geld im Fonds nicht weiter kümmern. Das aber kann auch mal schiefgehen, wie das Jahr 2022 gezeigt hat: Anleihefonds hatten damals Kursverluste von teilweise 20 Prozent. Der Grund: Als die EZB anfing, schrittweise den Leitzins zu erhöhen und Staaten und Unternehmen für ihre neuen Anleihen wieder höhere Zinsen zahlten, fielen die Kurse der alten Anleihen, die bereits auf dem Markt und eben auch in den Rentenfonds und Anleihen-ETFs waren. Dieses Kursrisiko spielt aber keine Rolle, wenn Sie einen Laufzeit-ETF wie vorgesehen bis zur Fälligkeit behalten und dann das eingezahlte Kapital zurückgezahlt wird. Die Rendite ist damit für Sie planbarer.

Wo liegt dann das Risiko?

Einige Laufzeit-ETFs werden nicht in Euro, sondern in US-Dollar gehandelt. Von diesen Indexfonds raten Geldexperten ab. Wenn Sie als Anleger einen sicheren Ertrag wollen, sollten Sie kein Währungsrisiko eingehen. Fällt der US-Dollar mal wieder um 10 oder 20 Prozent, können Sie solche Wertverluste in einem Anleihen-ETF nur sehr schwer wieder ausgleichen. Empfehlenswert ist es deshalb, nur Laufzeit-ETFs zu kaufen, die in Euro notieren. Außerdem gibt es das sogenannte Wiederanlagerisiko: Nach dem Ende der Laufzeit müssen Sie entscheiden, was mit dem ausgezahlten Geld geschehen soll. Haben sich die Pläne geändert, der Immobilienkredit wird doch verlängert, zum Beispiel weil die Bauzinsen gerade extrem niedrig sind, oder das alte Auto hält doch länger als geplant, muss das nun neu verfügbare Geld wieder anlegt werden. Dann aber können die Zinsen deutlich niedriger sein als vor ein paar Jahren beim Einstieg in den Laufzeit-ETF.

Es kann aber auch das Gegenteil passieren. Beispiel: Eine Anlegerin kauft ein I-Bond mit einer Laufzeit von zehn Jahren, weil der Anbieter dafür eine Rendite von vier Prozent verspricht. Das ist ein Prozentpunkt mehr beziehungsweise ein Viertel mehr, als im Sommer 2026 vergleichbare Sparbriefe oder Bundesanleihen abwerfen. Doch in den kommenden Jahren steigen Zinsen immer höher, auf zum Beispiel fünf Prozent. Nun steckt die Anlegerin mit ihrem Geld in dem Vier-Prozent-Laufzeit-ETF fest, ein vorzeitiger Verkauf lohnt sich nicht, weil der Kurs des ETFs wegen des Zinsanstiegs gerade deutlich nachgegeben hat. 

Tipp
Für welche Anleger Laufzeit-ETFs eher nicht in Frage kommen

Vor einem Investment in Laufzeit-ETFs ist es ratsam, sich zunächst zu überlegen, was Sie wirklich wollen. Für Anleger, die Erspartes nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück brauchen und die – etwa für die Altersvorsorge – langfristig Vermögen aufbauen wollen, sind Laufzeit-ETFs eher nicht geeignet. Wer in Aktien beziehungsweise Aktienfonds langfristig anlegt und zugleich einen Sicherheitsbaustein haben will, kann auch auf Anleihefonds setzen, die mit höheren Erträgen locken. Und wer für kurze Laufzeiten Geld parken will, kann zu Geldmarktfonds greifen. Damit sind Sie noch flexibler. Geldmarktfonds weisen kaum Kursschwankungen auf, wenn Sie an Ihr Geld mal schnell heran müssen, und die Renditen sind derzeit auch in Ordnung.

Welche Renditen sind möglich?

Die Kosten liegen meist unter 0,2 Prozent pro Jahr, mindern also kaum das, was am Ende herauskommt. Wichtiger für die Rendite sind andere Faktoren, wie die Laufzeiten. Es gibt ETF mit einer Restlaufzeit von wenigen Monaten bis Ende 2026. Und Angebote mit weiteren Fälligkeiten von 2027 bis 2037, zumindest beim Marktführer iShares. Wann der ETF ausgezahlt wird, sieht man in der Regel bereits an der Jahreszahl im Namen. Je länger die Laufzeit ausfällt, desto höher ist tendenziell die Rendite am Ende. Die meisten Laufzeit-ETFs bilden einen Korb von Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) nach. Ihre Renditen sind wegen des größeren Ausfallrisikos in der Regel höher als bei den Produkten mit gleicher Laufzeit, in denen nur Staatsanleihen (Government Bonds) enthalten sind. 

Die Anbieter werben oft mit einer planbaren Rendite, es gibt jedoch ein paar Unsicherheiten. So hängt die Rendite davon ab, wann Sie zu welchem Kurs in den ETF einsteigen. Die Rendite hängt darüber hinaus davon ab, ob einzelne Anleihen ausfallen, wie Ausschüttungen wieder angelegt werden und wie sich die Anlagen und Wiederanlagen im letzten Jahr vor Fälligkeit entwickeln. Entscheidend ist deshalb auch nicht die Rendite, die der ETF bisher erzielt hat. Es kommt vielmehr darauf an, welche Rendite es bis zur Fälligkeit noch geben wird. Angaben zur Rendite liefern die Anbieter allerdings in unterschiedlichen Variationen, teilweise sucht man auch vergeblich. In unserer Tabelle wird deshalb nur die Wertentwicklung in den vergangenen 12 Monaten aufgeführt. 

Beispielrechnung 1: Der iShares iBonds Dec 2026 Term € Corp ETF

Die Blackrock-Tochter iShares hat im Mai 2026 vier neue IBonds mit Laufzeiten bis Dezember 2036 und 2037 auf den Markt gebracht. Einer der vier neuen Fonds, der iShares iBonds Dec 2036 Term € Corp ETF, ist in Unternehmensanleihen investiert, von Anheuser Busch über Crédit Agricole bis Siemens oder BMW. Die „Rendite bis Fälligkeit“ beträgt laut den Unternehmensangaben 4,09 Prozent. Auf der Homepage wird als „Effektivverzinsung“ 3,80 Prozent angegeben (Stand: 25. Juni 2026). Auf dem Factsheet heißt es wiederum: Die „Mindestrendite“ beträgt 3,86 Prozent. Sicher ist: Laut den Angaben werden Zinsen aus den Anleihen vierteljährlich ausgeschüttet. Der Zinskupon, der nach der Gewichtung der Anleihen im Fonds gezahlte durchschnittliche Jahreszinssatz, beläuft sich demnach auf 3,41 Prozent.

Beispielrechnung 2: Der Invesco BulletShares 2028 EUR Corporate Bond ETF

Der Invesco BulletShares 2028 EUR Corporate Bond ETF kam bereits im Juni 2024 auf den Markt und bildet ebenfalls einen Index von Unternehmensanleihen ab, von Volkswagen Leasing über JPMorgan Chase bis Shell. Die restliche Laufzeit geht noch bis voraussichtlich Dezember 2028. Zinsen aus den Anleihen werden direkt wiederangelegt, ohne sofortige Ausschüttung an die Anleger. Auf dem Factsheet gibt das Unternehmen eine „Rendite bis Fälligkeit“ von 3,07 Prozent an, minimal mehr als die genannte Mindestrendite von 3,05 Prozent. 

Fazit: Laufzeit-ETFs – eine Alternative zu Sparbriefen oder Festgeld?

Die Beispiele zeigen: Halten die Anbieter ihre Renditeangaben ein, bringen die ETFs oft mehr als vergleichbare Festgeldanlagen. Bei Laufzeiten von zwei bis drei Jahren gab es im Sommer 2026 bei Top-Anbietern ebenfalls um die drei Prozent, bei vielen Sparkassen und Genossenschaftsbanken aber deutlich weniger. Sparbriefe mit einer Laufzeit von zehn Jahren brachten Renditen von maximal 3,3 bis 3,5 Prozent, ebenfalls weniger als Laufzeit-ETFs, die nach zehn Jahren fällig werden. So gesehen sind die Angebote durchaus eine Alternative zu Festgeld. Die Renditen können mit guten Festgeldangeboten auf jeden Fall (mehr als) mithalten. 

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