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So können Sie auch höhere Zinsen einstreichen

Geldmarktfonds sind derzeit eine gute Alternative zu Tagesgeldkonten. Wie Anleger davon profitieren können.

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Finanzcharts und Aktienkurven vor Börsenkursen mit Stapeln von Münzen im Vordergrund.

© Nicht definiert

Es ist immer noch ein Ärgernis: Die Zinsen für Erspartes sind zwar gestiegen. Banken rücken für Tagesgeld aber auf Dauer immer noch oft nur magere Zinsen heraus, weil die Top-Angebote von mehr als drei Prozent Zinsen lediglich für sechs Monate gelten. Doch es gibt eine Alternative: Mit Geldmarktfonds können Anlegerinnen und Anleger derzeit einfach und ziemlich sicher höhere Zinsen kassieren. Wie diese Fonds funktionieren, welche Rolle ETFs dabei spielen und wie man sie bei der zusätzlichen Altersvorsorge einbauen kann – ein Leitfaden. 

Was sind Geldmarktfonds?

Wie beim täglichen verfügbaren Tagesgeld können Sie mit Geldmarktfonds Geld parken, das Sie gerade nicht brauchen, auf das Sie aber jederzeit Zugriff haben wollen – etwa für eine größere Anschaffung, die Steuernachzahlung oder kostspieligere Reparaturen. 

In den Fonds wird wie bei anderen Investmentfonds auch das Geld vieler Anlegender gesammelt, investiert wird es jedoch nicht in Aktien, Immobilien oder Rohstoffe, sondern vor allem in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit. Dabei handelt es sich vor allem um Staatsanleihen von finanziell als solide geltenden Ländern wie die Vereinigten Staaten oder Deutschland, um Anleihen von Bundesländern, der Staatsbank KfW oder Unternehmensanleihen. Hinzu kommen spezielle Geldmarktpapiere, mit denen Unternehmen und Banken untereinander handeln. 

Die Fonds gibt es bei allen Banken und Sparkassen, Discountbroker, Direktbanken und Fondsplattformen bieten eine oft große Auswahl. 

Was sind die Vorteile von Geldmarktfonds?

Die Fonds legen das Geld ihrer Kunden und Kundinnen ausschließlich in Wertpapiere mit kurzen oder sehr kurzen Laufzeiten an oder in Anleihen, die es schon länger gibt, aber bereits in ein paar Monaten oder maximal zwei Jahren zur Rückzahlung fällig sind. Der Vorteil: Wenn die Zinsen am Kapitalmarkt steigen, weil die Notenbanken die Zinsen weiter erhöhen, profitieren die Käufer der Fonds schnell und unmittelbar von steigenden Zinsen – anders als beim Tagesgeld. Für Guthaben auf diesen Konten verbessern viele Banken nur sehr zögerlich ihre Konditionen. Außerdem wollen sie mit der Differenz zwischen dem Zins, den sie für Einlagen etwa bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten, und dem Zins, den sie ihren Kunden bezahlen, auch noch Geld verdienen.     

Welches Risiko besteht bei Geldmarktfonds?

Das Risiko von Kursverlusten in Geldmarktfonds ist begrenzt

Normalerweise ist es so: Wenn die Zinsen steigen, fallen die Kurse bei niedrig verzinsten Anleihen, die schon länger auf dem Markt sind. Je länger dabei die Laufzeit der Anleihen, desto heftiger die Kursverluste. Da Geldmarktfonds aber kurzfristig investiert sind, schlagen die Kursverluste nur in geringem Maße durch. So konnte es bei Rentenfonds, die in mittel- und langfristige Anleihen investieren, im vergangenen Jahr Kursverluste von knapp 20 Prozent geben. Bei Geldmarktfonds konnten sich die Verluste hingegen 2022 zum Beispiel bei einem Prozent bewegen. 

Begrenzt ist das Verlustrisiko außerdem, weil das Geld auf meist 50 bis 150 verschiedene Anleihen von Staaten und Unternehmen mit idealerweiser guter Bonität verteilt wird, also auf Emittenten mit der Fähigkeit, als Schuldner die Zinsen der Anleihe wie vereinbart zu zahlen und die Anleihe am Ende der Laufzeit pünktlich und vollständig zurückzuzahlen. Das liegt auch daran, dass die EU die Regeln für die Sicherheit der Fonds verschärft hat. Der Grund: Manche Geldmarktfonds waren in der Finanzkrise 2008/2009 mit Investments in Asset Backed Securities (ABS) ins Trudeln gerieten. Die ABS sollten Forderungen aus Krediten absichern, besonders aus Immobilienkrediten. Diese Papiere verloren aber drastisch an Wert, als sich in den USA in der Finanzkrise mehr und mehr die Erkenntnis durchsetzte, dass viele private Schuldner ihre Kredite nicht zurückzahlen können. 

Geldmarktfonds checken

Auf Finanzportalen im Internet wie finanzen.net oder onvista.de können Sie bequem prüfen, wie hoch der schlimmste historische Verlust des jeweiligen Fonds war. Geldmarktfonds, die hier auf ein Minus von fünf Prozent und mehr kamen, neigen vermutlich zu riskanteren Investitionen. Diese lassen Sie lieber links liegen, wenn Ihnen das zu riskant erscheint.  

Welche Renditen sind mit Geldmarktfonds drin?

In der Phase der Negativ- und Niedrigzinsen waren die Fonds für Privatanleger nicht attraktiv. Mit dem Anstieg der Zinsen erleben die Geldmarktfonds ein Comeback. In diesem Jahr seien durchaus Zinsen von drei Prozent möglich, sagen Fondsmanager. Bei manchen Fonds könnten sogar vier Prozent herausspringen. Sollten die Notenbanken in diesem Jahr die Zinsen noch einmal erhöhen, dürften die Fonds davon weiter profitieren. Wie die Fonds bislang abschnitten, zeigt diese Tabelle (Stand: 19.7.2023) 

Das bringen Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs   
      
Gemanagte Geldmarktfonds 

Wertentwicklung in %

Kosten

NameIsin

6 Monate

1 Jahr


Jahre

pro Jahr in %

Candriam Money Market Euro AAALU0354091653

1,17

1,46

0,15

0,53

Oddo BHF Money Market CRDE0009770206

1,13

1,33

-0,01

0,12

BNP Euro Money Market ClassicLU0083138064

1,34

1,71

0,49

0,20

DWS Vorsorge Geldmarkt - TFC EUR ACCLU1799928095

1,32

1,51

0,01

0,21

UnionGeldmarktFondsDE0009750133

0,49

-0,36

-1,83

0,25

DWS ESG Euro Money Market Fund Fonds LU0225880524

0,47

-0,31

-1,57

0,11

Fidelity Funds - Euro Cash Fund A Fonds LU0064964074

1,26

1,47

-0,49

0,32

Allianz Euro Cash A Fonds LU0052221412

1,30

1,90

0,24

0,16

DekaLux-Geldmarkt: EuroLU0052863874

1,34

1,56

0,27

0,20

HANSAdefensive Fonds DE0009766212 

-0,18

0,26

-0,73

0,38

Union-Geldmarktfonds Euro DISDE0009750133

-0,46

-0,32

-1,81

0,25

Geldmarkt-ETFs    

 

Deka Dt. Börse Eurogov Germ. Money MarketsDE000ETFL227

0,31

-0,31

-3,03

0,10

Invesco Euro Cash 3 MonthsIE00B3BPCH51

1,18

1,30

-0,23

0,15

Xtrackers Euro Overnight Rate SwapLU0290358497

1,41

1,84

0,60

0,10

Lyxor Euro Overnight ReturnFR0010510800

1,34

1,72

0,30

0,10

Lyxor Smart Overnight ReturnLU1190417599

1,44

1,91

0,96

0,05

Stand: 19.7.2023; Quellen: eigene Recherchen, Onvista.de

Wie schneiden die Fonds im Vergleich zum Tagesgeld ab?

Im Vergleich zum Tagesgeld ist der Vorteil offensichtlich: Zinsen von drei Prozent und mehr gab es im Juli 2023 nur für Neukunden und nur bis zu sechs Monate. Danach sank der Zinssatz bei den meisten Anbietern auf etwas mehr als ein Prozent, schlimmstenfalls auf unter 1,0 Prozent. Deshalb können Geldmarktfonds für Kunden, die nicht ständig mit ihrer finanziellen Notreserve von einem Topanbieter zum nächsten wandern wollen, eine gute Alternative sein. 

Achten Sie darauf, wie der Fonds Zinsen ausschüttet. Entweder landen die Zinsen einmal im Jahr auf Ihrem Referenzkonto, oder der Fonds ist thesaurierend (oft zu erkennen am Kürzel „th“ oder ACC ( = accumulating), dann werden die Erträge automatisch wieder in den Fonds angelegt. 

Wie schneiden die Fonds im Vergleich zu Festgeld ab?

Mit Festgeld ist das Ersparte fest an eine bestimmte Laufzeit jederzeit gebunden. Anteile von Geldmarktfonds können Sparerinnen und Sparer hingegen an jedem Börsentag kaufen und verkaufen. Dafür haben Festgeldsparer immer einen bestimmten Zinssatz sicher. Und dieser lag bei den Top-Anbietern mit hoher Bonität Mitte Juli 2023 mittlerweile bei 3,5 bis mehr als vier Prozent. Das spricht für die Festgeldanlage, vorausgesetzt der Kunde oder die Kundin ist bereit, zu einem solcher Bank zu wechseln. Auch können beim Festgeld die Kurse nicht einmal geringfügig schwanken. 

Beispiel: Wer 5000 Euro als Festgeld einzahlt, bekommt am Ende der Laufzeit auch 5000 Euro zurück. Werden 5000 Euro in einen Geldmarktfonds eingezahlt und die Fondsanteile später verkauft, kann der Auszahlungsbetrag geringfügig unter, aber auch über 5000 Euro liegen. Hinzu kommt: Beim Festgeld sind die Zinsen quasi garantiert. Bei den Geldmarktfonds kann es dazu kommen, dass keine Zinsen ausgeschüttet werden, wenn die Fonds wie in der Phase der Negativ- und Niedrigzinsen auch keine erwirtschaften. 

Sind Geldmarkt-ETFs nicht besser als gemanagte Fonds?

Ein großer Vorteil von ETFs sind die deutlich geringeren Kosten im Vergleich zu gemanagten Fonds. Bei Geldmarktfonds sind die laufenden Kosten von meist 0,1 bis 0,3 Prozent aber ohnehin gering, dadurch ergibt sich kein großer Startvorteil für die Geldmarkt-ETFs. Es sind aber mehrere ETFs auf dem Markt, die ihren Käufern und Käuferinnen einen bestimmten Zinssatz versprechen, der sich daran orientiert, zu welchem Zinssatz sich Banken über Nacht untereinander Geld leihen. Auch diese ETFs können Sie bequem bei ihrer Direktbank oder Ihrem Discountbroker kaufen. Eine Auswahl von Geldmarkt-ETFs zeigt unsere Tabelle oben. 

Gilt für Geldmarktfonds eine Einlagensicherung?

Für Geldmarktfonds gibt es keine Einlagensicherung. Trotzdem ist das Ersparte sicher aufgehoben. Denn das Anlegergeld ist juristisch bei Investmentfonds und ETFs als Sondervermögen deklariert. Das bedeutet: Das Geld wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft bei der Depotbank verwahrt. Es ist sowohl bei einer Insolvenz des Fondsanbieters wie auch bei einer Pleite der Bank geschützt. 

Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Wer hohe sechsstellige Summen als Tages- oder Festgeld anlegen kann, muss das Geld oft auf mehrere Banken verteilen, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn Tages- und Festgeld ist gerade bei ausländischen Banken oft nur bis zu einer Summe von 100.000 Euro durch die EU-Einlagensicherung abgesichert. Diese Mühe können sich vermögende Kundinnen und Kunden bei Geldmarktfonds sparen, sie können unbegrenzt Geld in einen Fonds ihrer Wahl schaufeln, es sei denn, sie wollen das Risiko noch weiter minimieren, in dem sie ihr Geld auf verschiedene Fonds verteilen.  

Mit welchen Kosten muss ich bei Geldmarktfonds rechnen?

Die laufenden jährlichen Kosten für Geldmarktfonds sind in der Regel mit 0,1 bis 0,3 Prozent sehr gering, und viele Fonds gibt es meist ohne Ausgabeaufschlag. Dann fällt keine Extra-Gebühr beim Kauf an, wie dies häufig bei gemanagten Aktien-, Renten- oder Mischfonds der Fall ist. 

Auf niedrigen Ausgabeaufschlag achten

Achten Sie beim Kauf von Geldmarktfonds penibel auf den Ausgabeaufschlag! Schon bei einem Aufschlag von 1,0 Prozent würde sich bei einer Rendite von drei Prozent das Ergebnis für Sie deutlich verschlechtern. Das Gleiche gilt für laufende Kosten von mehr als 0,5 Prozent. Von solchen Geldmarktfonds sollten Sie lieber die Finger lassen. 

Wie kann ich die Fonds bei der zusätzlichen Altersvorsorge nutzen?

Wer mit gemanagten Fonds beziehungsweise ETFs für Alter zusätzlich vorsorgen will, sollte auf zwei Bausteine setzen: Je nach Alter, Risikoneigung und abhängig davon, ob es noch andere Altersvorsorgebausteine gibt (Riester-Rente, Immobilien, Lebensversicherungen) fließt ein Teil des Geldes in aktienbasierte Anlagen, das ist der Baustein, der ein möglichst gute Rendite einbringen soll. Gleichzeitig sollte aber auch ein Teil des Geldes in sichere Anlagen gehen. Und dazu können derzeit auch Geldmarktfonds zählen, die im Vergleich zu klassischen Anleihenfonds (im Fachjargon: Rentenfonds) deutlich geringere Kursschwankungen haben. 


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