Gesetzliche Rente
Die gesetzliche Rente hilft auch schon vor dem Eintritt ins Rentenalter – zum Beispiel mit einer Reha oder im Fall der Erwerbsminderung.
Für die meisten Arbeitnehmer wird sie die Haupteinnahmequelle im Alter sein. Wie hoch sie ausfallen wird, verrät die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Sie ist eine Hochrechnung auf Basis vergangener Einzahlungen. Mit dem Rentenschätzer von ihre-vorsorge.de lassen sich zusätzlich Zukunftsszenarien wie Gehaltssteigerungen oder Arbeitslosigkeit in die Prognose einbeziehen. Das Maximum holen Singles mit einer Kontoklärung raus. Dabei werden die bisherigen Einzahlungen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers überprüft und alle rentenrechtlichen Zeiten erfasst. Wurden Beitragszeiten nicht gemeldet, können sie nachgetragen werden.
So geht es:
- Falls noch nicht geschehen, Kontoklärung auf www.deutsche-rentenversicherung.de oder bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle beantragen.
- Eine frische Renteninfo am kostenlosen Servicetelefon der Deutsche Rentenversicherung unter 0800 1000 4800 anfordern oder auf dieser Seite mit dem Rentenschätzer selbst eine grobe Rentenprognose errechnen.
- Renteninfo oder Rentenprognose als Basis für alle weiteren Altersvorsorgeplanungen verwenden.
Riester-Rente
Für Singles ohne Kinder ist die Riester-Rente auf den ersten Blick ein schlechtes Geschäft. Sie bekommen lediglich die Grundzulage von bis zu 175 Euro. Mangels Nachwuchs haben sie kein Recht auf eine Kinderzulage, die bis zu 300 Euro pro Jahr und Kind beträgt. Doch deswegen der Riester-Rente den Rücken zu kehren, wäre falsch: Der Staat gewährt auch eine Steuer-Förderung. Bis zu 2100 Euro pro Jahr lassen sich als Vorsorgeaufwendungen absetzen. Damit sinkt die Steuerlast. Gerade für gut verdienende Singles kann das ein attraktives Angebot sein.
So geht es:
- Prüfen, ob ein Anrecht auf staatliche Förderung besteht.
- Das richtige Riester-Produkt auswählen.
- Bei Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest Angebote einholen oder Tests lesen.
- Vor Abschluss Einzahlhöhe und staatliche Förderung berechnen. Zulagenantrag ausfüllen.
Betriebliche Altersvorsorge
Vorsorge mit Hilfe von Chefin oder Chef: Für Arbeitnehmer kann die betriebliche Altersvorsorge interessant sein. In der Regel zahlen Sie einen Teil Ihres Brutto-Gehalts zum Beispiel in eine Direktversicherung oder eine Pensionkasse ein und der Chef schießt einen Teil hinzu. Beide Seiten profitieren von Steuervorteilen und Sozialversicherungsfreiheit.
Die betriebliche Altersvorsorge steht jedem Arbeitnehmer und jeder Arbeitnehmerin offen, auch Teilzeitkräften und Minijobbern. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder dem Betriebsrat nach, welche Angebote es gibt. Ob sich ein Vertragsabschluss lohnt, hängt stark vom Einzelfall ab. Informieren Sie sich hier ausführlich über die Vorteile- und Nachteile.
Zusätzliche private Altersvorsorge
Oftmals bestimmt das frei verfügbare Einkommen, ob noch zusätzlich Geld für die private zusätzliche Altersvorsorge da ist. Wenn ja, sollte vorher noch eine frei verfügbare Notreserve von mindestens zwei Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto geparkt werden.
Nicht staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte und Geldanlagen haben einen Vorteil: Sie werden aus bereits versteuerten Einkommen bezahlt und müssen in der Regel in der Auszahlungsphase nicht oder nur gering versteuert werden. Sparer sollten auf die Flexibilität, Kosten und vor allem Sicherheit achten. Denn eine Altersvorsorge, die im Alter nicht zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht wird, ist ein Schuss in den Ofen.
Für die langfristige Altersvorsorge eignet sich zum Beispiel ein ETF-Sparplan. Sie können aber auch Pantoffel-Sparen. Das heißt so, weil es bequem und mit einem mäßigen Risiko verbunden ist. Sie legen eine monatliche Sparrate fest und stecken die eine Hälfte in einen ETF-Sparplan und die andere auf ein Tagesgeldkonto oder in einen Rentenfonds.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Wenn durch Unfall oder Krankheit jeglicher Job unmöglich wird, zahlt die Deutsche Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Allerdings bietet sie nur einen Basisschutz. Eine zusätzliche Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher empfehlenswert.
Damit sichern Sie sich für den Fall ab, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren aktuell ausgeübten Beruf nicht mehr fortführen können. Sie ist allerdings nicht immer leicht zu bekommen und zählt zu den teuersten Versicherungen. Der Preis hängt ab vom Job, Alter und eventuellen Vorerkrankungen. Wer sich so absichern will, sollte dies möglichst früh im Leben tun und die Angebote genau vergleichen.
Beim Abschluss lauern allerdings viele Fallstricke. Sie sollten sich daher unbedingt ausführlich und neutral beraten lassen, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale, die über eine Versicherungstarifdatenbank verfügt.
- Wer auf dem Privatmarkt keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, sollte darauf achten, die Mindestvoraussetzungen für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu erfüllen.
- Prüfen Sie auch die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge. Manchmal ist es möglich, über den Arbeitgeber einen Altersvorsorgevertrag zu erhalten, der eine Berufsunfähigkeitsversicherung enthält. Die Renten sind dort zwar meist nur klein, aber dafür verzichten die Anbieter bei solchen Gruppenverträgen oft auf eine umfassende Gesundheitsprüfung.
Was passiert bei Krankheit, Unfall oder Tod?
Krankheit/Unfall
Gesetzliche Rente: Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt umfangreiche Leistungen zur Rehabilitation. Kann ein Arbeitnehmer nur eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten, ist eine Erwerbsminderungsrente möglich.
Riester-Rente: Keine Leistungen zur Linderung von Unfall- oder Krankheitsfolgen. Nur bei Riester-Rentenversicherungen ist als Zusatzbaustein eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich, wodurch aber ein Teil der Einzahlungen in eine Versicherung fließt und nicht der Altersvorsorge dient.
Betriebliche Altersvorsorge: Einige Verträge sehen eine kleine Berufsunfähigkeitsrente und eine Hinterbliebenenabsicherung vor.
Sonstige private Vorsorge: Leistungen durch Berufsunfähigkeits- und/oder Unfallversicherung möglich.
Vererbung vor Rente
Gesetzliche Rente: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Witwen- oder Waisenrenten, was für Singles meist weniger interessant ist.
Riester-Rente: Kapital kann vererbt werden. Allerdings wird vorher die staatliche Förderung abgezogen.
Betriebliche Altersvorsorge: Sobald der Staat Steuererleichterungen und Sozialabgabenfreiheit gewährt hat, ist eine Vererbung unmöglich.
Sonstige private Vorsorge: Leistung von Kapitallebens- oder Risikolebensversicherung. Vererbung bei Kapitallebensversicherung möglich.
